Nichts habe ich erlebt

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Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Papa » 08 Okt 2009 11:01

Was ich erlebt habe, hebt sich von den Erlebnissen anderer Menschen nicht nennenswert ab.

Ich werde es für mich behalten, weil niemand mit meinen innersten Gedanken etwas anfangen kann, außer ich selber.

Mir steht es bis oben hin, den anderen immer nur zuhören zu sollen, jeder will Aufmerksamkeit, Zuwendung für seine, und nur
seine ganz persönlichen Probleme und Bedürfnisse.

Und nur wer dazu taugt, diese Probleme und Bedürfnisse zu "erfüllen", wird überhaupt mal beachtet.
Alle anderen ignoriere ich, weil ich gar keine Zeit und Nerven habe, mich um jeden Senf zu kümmern.

Also "einfach mal die Klappe halten", was auch Herrn Sarrazin dieser Tage von Personal Coaches geraten wird.

Gruß
vom heute
stummen Papa
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Christa » 08 Okt 2009 13:38

Hallo Papa,

ja, was ist denn los? Warum so frustig heute? Stimmt gar nicht, dass du immer nur zuhören musst, darum bist du ja in diesem Forum. Hier kannst du dich doch auskotzen und kannst sicher sein, dass nur Menschen die Interesse haben, auch zulesen. Also sprich und friss nicht alles in dich hinein.

Schönen leisen Tag
Christa
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Papa » 10 Okt 2009 11:06

Hallo Christa,

das ist ja eine einfühlsame Antwort, sehr nett, danke.
Ein bißchen fühle ich mich wie ein dummer Schuljunge, nun.

Ich möchte mich gar nicht auskotzen, und ich lege auch keinen großen Wert darauf, anderen beim
Kotzen zuzuschauen. Obwohl es natürlich sein muss, wenn es nicht anders geht.
Dann heraus damit, bevor man am Unverdauten erstickt!

Aber wie wärs mal mit gar-nicht-so-weit-kommen-lassen?
Das heißt, nicht zuviel auf einmal essen, ausgewogener und guuut kauen!

Vorher schauen, ob das Auge "größer ist als der Magen" und diesem Zeit lassen, ein Sättigungsgefühl
zu vermelden (siehe Otto Waalkes´"Leber an Großhirn") und dann auf das Sättigungsgefühl nicht mit einem
Nachschlag zu antworten, weils doch so lecker schmeckt und der Appetit größer ist als die Vernunft.

Liebe Christa, diese Analogie zu seelischen Vorgängen ist natürlich grob vereinfacht, aber aus Erfahrung würde ich
sagen, da ist was dran.

Also muss ich mal schauen, wie es zu dem angestauten Frust kam, den ich hier nun bröckchenweise "ausgekotzt" habe in
meiner Beschwerde "Nichts habe ich erlebt", deren Zeugin du geworden bist.

Ich lasse mir manchmal einfach zu viel "erzählen", a) weil ich neugierig und interessiert bin und b) weil ich denke, dass es heilsam ist, sich
verbal auszudrücken und gehört und wahrgenommen zu werden.

Und c) weil ich die (unbegründete) Annahme hegte, dass der andere, wenn ich ihm genügend zugehört habe, sich auch mit seiner Aufmerksamkeit
MIR zuwenden wird, und das freiwillig und wohlwollend.
Das ist aber nicht zutreffend, und darüber habe ich mich geärgert - oder über meine eigene Blödheit geärgert, daher die frustige Aussage.

Du kannst da nichts für,liebe Christa,
und ich wünsche dir einen sehr, sehr schönen Tag mit vielen netten Begegnungen,

Gruß
Papa
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon brenessel » 11 Okt 2009 22:07

guten abend,

ein bisschen musste ich schmunzeln, papa, als ich von deiner hoffnung las, dass der andere sich DIR zuwenden wird, wenn du IHM zugehört hast. in der tat, da erlebt man (auch frau) so manche enttäuschung.

andererseits, mancher brocken, der muss einfach raus. also, naja, wenn dir ein schicksalsschlag widerfährt zb. da hat man ja nicht den hals zu voll genommen, sondern einfach oder zweifach eins vor die birne geknallt bekommen.

und der eine kann vielleicht besser damit umgehen als der andere, wenn er oder sie ZUHÖREN soll. liebevolles zuhören, gewissermaßen. ich kann das auch nicht immer. aber es wäre das, was ich uns llen wünschen würde.

natürlich kann man auch viel im schweigen ruhen lassen (was noch nicht unbedingt "in sich reinfressen" sein muss).

ich wünsche also allerseits einen schönen wochenbeginn.

brenessel
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Christa » 12 Okt 2009 15:41

Hallo Papa,

also mit dem wohlwollenden, freiwilligen zuhören ist vielleicht ein bißchen zu viel verlangt. derjenige, der das tut, muss einen schon sehr lieb haben und dann ist das ja auch schon wieder nicht freiwillig, dann ist das aus liebe und der damit verbundenen verpflichtung. wohlwollend klingt ein wenig nach mitleid und ob wir das wohl wollen?

Gar nicht so weit kommen lassen, funktioniert beim besten willen nicht. das passiert einfach ganz von allein. bissen für bissen hinein geschoben bis man sich daran verschluckt.

Bleib bitte weiter neugierig, weil man da auch sehr viel gutes und schönes erfahren kann. (ich kling aber schon wie ein oberlehrer, schande über mich) für mich klingt dein frust sehr nach verletzung und ist somit auch berechtigt (und nun spiel psychotante, auch nicht besser) dann halt zur realität: erst über die eigenen probleme reden und dann zuhören und wenn das einer nicht aushält, weiss man wenigstens gleich woran man ist.

mein wochenende war sehr schön, mit einigen sehr oberflächlichen gesprächen mit mir ziemlich uninteressanten menschen. macht aber nichts.
liebe grüße
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Christa » 12 Okt 2009 15:43

noch einmal
lieber papa,

vor lauter gscheit reden/schreiben, hab ich ganz vergessen dich zu fragen, wie's dir heute geht? und das nicht aus verpflichtung, nur weil ich es wirklich gerne wissen möchte.

noch ein gruß
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Papa » 12 Okt 2009 21:52

Liebe Christa,

bin gerührt, wirklich gerührt über deine Frage (wie es mir HEUTE geht).
Naja, irgendwie ganz gut, jedenfalls besser als letzte Woche, wo ich meinen Frust hier ein Stückchen rauslies.
Vielleicht hat es schon geholfen, doch einmal darüber zu "reden", wenn auch nur schriftlich.
Hatte auch zwischenzeitlich die eine oder andere freundliche Begegnung, wenn auch aus meiner Sicht es immer
mehr frustrierende Erlebnisse als wirklich nette mit anderen Menschen. Woran liegt das nur?

Wenn du einige gute Begegnungen hattest, freut mich das auch, denn jeder halbwegs gutgelaunte Mensch ist eine
Bereicherung für diese Welt! : )

Und liebe Brenessel, auch dir vielen Dank für deine Zuwendung und deinen Einwand, dass wohlwollendes Zuhören "mitleidig" sein könnte,
das meinte ich aber nicht, und wünsche es mir auch nicht, sondern meinte es so, dass ein Mensch sich mir mit positiver "Grundhaltung" zuwendet,
aber dafür müsste er schon mit sich und der Welt in einigermaßen gutem Einklang sein - und das ist ja fast seltener als eine Stecknadel im Heuhaufen.
Du hast also recht, da bin ich schief gewickelt.
Trotzdem glaube ich daran, dass man sich auch offen und "liebevoll" Menschen zuwenden kann, zu denen man eigentlich keine engere Beziehung hat,
aber auch da hast du wiederum recht, man muss sie schon mögen oder liebhaben.

Jaja, gar nicht so einfach, sich von anderen einfach mal mögen zu lassen...
(das wär ja noch schöner, da bin ich ja völlig entwaffnet)

maximal mir mögliche warmherzige Grüße
Papa
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Papa » 12 Okt 2009 21:56

P.S. Habe gerade gesehen, dass ich den Einwand von Christa (Mitleid) irrtümlich brenessel untergeschoben habe.

Könnte auf Nachlässigkeit hinweisen, ist aber nur Müdigkeit, um diese Uhrzeit schon, ts tz.

Ich habe die Nachrichten aufmerksam gelesen, werden nächstes Mal auch jeweils einzeln und gesondert antworten -
damit sowas nicht ungut ankommt.

Falls ich nochmal eine Chance dazu bekomme...

Papa
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon Christa » 13 Okt 2009 11:25

also jetzt reicht's aber, herr papa.

was soll denn das jetzt wieder, mit "falls ich nochmal eine chance bekomme"? spuck's endlich aus, was ist los mit dir? ich hab jetzt alle deine 19 beiträge gelesen und finde eigentlich nichts persönliches von dir. muss ja auch nicht sein, aber man tut sich halt schon leichter mit dem verstehen.

also - falls du nochmal eine chance bekommst - kannst du dich jetzt gehörig über mich aufregen, weil ich heute so gar nicht tröstlich gestimmt bin.

dir wünsch ich einen wunderschönen tag, wer auch immer du bist, wo auch immer du bist, einen schönen anonymen herbsttag.

deine, leicht grantige, christa
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Re: Nichts habe ich erlebt

Beitragvon brenessel » 14 Okt 2009 19:45

hallo christa, wie gehts es dir? bist du wirklich grantig? das hoffe ich nicht. naja, jetzt habe ich auch vergessen, was ich sagn wollte, ja, fragen wollte, christa, sag doch, was treibst du?

papa, chancen gibt es immerzu. mit und ohne worte.

meinereins wartet hoffnungsvoll auf den befund eines MRT.

und dann überlege ich, ob ein kleiner urlaub "drin" ist, würde mit spaß machen. mal sehen.

eure brenessel
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