Wohin?

Anregung und Kritik zur Seite der "Geschockten Patienten"

Wohin?

Beitragvon Simone_k » 03 Jul 2009 12:33

Hallo liebe geduldige und ungeduldige Patienten,

wie zum Beispiel sich Anne selber bezeichnet, und auch ich selber zähle mich
eher zu den Ungeduldigen. Deshalb sehe ich gerade keinen anderen Ausweg.

Mir ist bewusst geworden, dass ich mich in diesem Projekt „Wege zur Autonomie-
Geschockte Patienten“ nicht willkommen fühle und da ich nicht die passende
Krankheit habe (MS) bin ich wohl auch nicht erwünscht. Habe jedenfalls auf meine
Frage zu diesem Punkt leider keine Antwort bekommen.

So in etwa stelle ich es mir vor, gegen eine Wand oder ins Dunkle zu reden,
es entzieht mir Energie. Deshalb werde ich es nun lassen.

Bitte nicht missverstehen: ich gehe in Frieden! Bin enttäuscht, aber möchte
niemanden angreifen.

In dem Buch von E. Freitag, das ich gerade lese, fand ich diesen schönen Absatz,
der hoffentlich für jeden Menschen – ob gesund, krank oder todkrank,
wichtig sein kann:

„Gehen Sie ihr Schicksal freudig und geöffnet an. Es ist für Sie bestimmt, ganz
allein für Sie! Wovor Sie sich heute drücken, das kommt morgen erneut auf Sie zu –
bis sie ihre Aufgabe gelernt haben.
Machen Sie es ich zur Gewohnheit: Fragen und Antworten, die vor ihnen stehen,
werden sofort gelöst. Lassen Sie jeden sofort wissen, was Sie von seiner Einladung,
der zugewiesenen Arbeit, seinem Angebot, seiner Überlegung oder seinem Wunsch
halten.
Alle hinhaltenden Taktiken lassen Sie fallen. Entweder die Angelegen-
heit ist wichtig für Ihr eigenständiges Leben, dann treten Sie der Sache näher,
oder sie haben etwas dagegen, sie sind desinteressiert, dann sagen Sie es auch
klar heraus. Wer sich immer alle Türen offenhält, lebt nicht sich selbst; er ist
von den Vorstellungen und Zielsetzungen anderer besetzt.
Wenn Sie selbst an andere Menschen herantreten, um irgend etwas zu erreichen,
hören sie auf den Tonfall des Antwortenden: „Ich weiß noch nicht, … vielleicht, …
das könnte man eventuell ins Auge fassen“, das sind alles Ausflüchte für den
Satz: „Ich will nicht!“.
Verschwenden Sie nicht ihre Kraft, die Gefühlsmotivation eines Gesprächspartners
auf den Kopf zu stellen. Ihr Wille ist der Gefühlsstärke des anderen immer
unterlegen. Gehen Sie an die Ursache eines Problems. Sie liegt in Ihnen selbst.
Lauschen Sie ihrer inneren Stimme. Vor ihr zerschmelzen alle Probleme.
Sie verschafft Ihnen Klarheit und Wahrheit. …
Wir alle haben diesen Fehler wohl schon oft selbst begangen. Das soll jetzt
vorbei sein. Unser Ego hat nicht das Recht, unser besseres Wissen zu unterdrücken…“

Ich wünsche allen, die es haben möchten, viel Glück& Gesundheit!

Liebe Grüße, Simone
Simone_k
 
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Re: Wohin?

Beitragvon Sabine T. » 03 Jul 2009 13:11

Liebe Simone, ich würde es sehr, sehr schade finden wenn Du Dich verabschiedest. LG Sabine
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Re: Wohin?

Beitragvon Simone_k » 03 Jul 2009 14:19

Danke Sabine, lieb von dir.

Nein, ich würde es nicht verabschieden nennen, eher möchte ich
eine "Auszeit" nehmen, eine Pause, um mir klarzuwerden, worum
es mir geht, was wichtig ist.

Ich hoffe, Du und Falko habt weiterhin Erfolgserlebnisse, die
über alles Schwere hinweghelfen, alles Gute!

Liebe Grüße, Simone
Simone_k
 
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Re: Wohin?

Beitragvon dtroestler » 03 Jul 2009 18:11

Liebe Simone!

Ich finde es auch sehr schade...

Danke für deine Unterstützung, Dagmar.
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Re: Wohin?

Beitragvon Anne » 04 Jul 2009 09:26

liebe Simone,
Ich bedaure sehr, daß Du gehst. Ich habe auch MS und Christophs Arbeiten und seine Seite hier sind mir viel wert und geben mir viel Mut.
Wenn Du eine gute Neurologin suchst, dann wende Dich an Gudrun Japp, sie leitet Asklepios-Falkenstein und ist international die Fachfrau für MS und sie ist wirklich klasse, denn ihr geht der Wille der Patienten über Alles. Wenn Du sie sehen solltest, grüße wie von mir, denn auch wenn sie mir immer wieder sagen muß, daß es bei meinem Status der Krankheit nichts schulmedizinisches gibt, was mir helfen kann... ich tue alles, was mir guttut und völlig egal was andere davon halten...ich fände es gut, wenn Du bliebest.
Ich wünsche Dir das allerbeste!
Anne
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Re: Wohin?

Beitragvon Simone_k » 04 Jul 2009 13:15

Liebe Sabine, liebe Dagmar und liebe Anne,

eure Worte haben mir gutgetan, Sympathie und menschlicher Zuspruch,
hab ich gar nicht mit gerechnet.

Nein, nein - wie ihr seht, schaue ich gelegentlich hier im Forum rein -
Ihr alle und das Thema seid mir doch schon ans Herz gewachsen.
Es ist also kein Abschied.

Eher ein inneres Klarwerden, Entscheiden, worum es mir geht.

Danke Anne, für die wertvolle(n) Adresse(n) !

Euch und allen anderen Teilnehmern weiterhin viel Kraft für den Weg,
wir begleiten uns gegenseitig.

Liebe Grüße, Simone
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Re: Wohin?

Beitragvon Anne » 05 Jul 2009 10:03

...und da laufen mir doch glatt die Tränen...
Gudrun Japp weiß(über Telefon, denn jetzt wohne ich in Hamburg, vor 12 Jahren noch in Frankfurt), daßich mich auf dieser Seite aufhalte...
Dir alles nur erdenklich gute!
auf bald mal wieder
schwimmen kann ich in dem vorhandenen Naß noch nicht.
Anne
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Re: Wohin?

Beitragvon Birgit O. » 12 Jul 2009 09:35

Hallo Anne,

ich habe lange überlegt, was man hierzu schreiben kann.

Jetzt weiß ich es. Warum tun wir nicht einfach Dinge die wir tun wollen? Warum fragen wir nach, ob wir willkommen sind. Tu es einfach, was haben wir denn zu verlieren? Das ist auch Autonomie, sich nicht durch Vermutungen und Gedanken was andere Denken ausbremsen zu lassen. Das ist so wenn man gesund ist, und auch wenn man erkrankt ist. Das ist nämlich eigentlich immer gleich.

Ich kenne die Menschen hier nicht wirklich, und erwarte keine Bestätigung. Ich lerne mich mitzuteilen, mich an Geschriebenem zu inspirieren, und es ist für mich eine ganz neue Art, in meiner aktuellen "Isolationshaft", der Kommunikation. Das mich nicht jeder versteht, oder ich auch nicht jeden, so war es, so ist es, und so wird es immer sein. Und, das ist gut so.

Daher, ich finde hier ist jeder willkommen, der keinem was Böses tut, und mit Respekt mit anderen Menschen umgeht. Verpflichtet ist hier jedoch keiner sich um einen anderen zu kümmern. Es hat schon was Unverbindliches, da muss man dann auch realistisch sein.

Überlege nicht, und tue! Das was in Dir ist kannst nur Du tun :-).

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
Birgit O.
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Re: Wohin?

Beitragvon Simone_k » 12 Jul 2009 12:54

Hallo Birgit,

was du schreibst, finde ich goldrichtig:
sich nicht durch Vermutungen, was andere denken, und ob ich willkommen bin,
ausbremsen lassen. Tun, was man für richtig hält - solange es niemandem schadet...

Das wurde mir schon öfter mal gesagt, und ich komme zum Ergebnis, dass ich
mich wohl selber bremse, vielleicht bin ich sogar eine Spaßbremse. Das find ich
zwar furchtbar, aber andererseits kann ich nicht raus aus meiner Haut - und
fühle mich eben doch irgendetwas außerhalb mir selber verpflichtet.

Vielleicht kann mir da eine Hypnosebehandlung helfen, das aufzulösen...?

Ich werde jedenfalls über alles nachdenken, was du geschrieben hast, und
auch du Anne und die anderen. Aber auch nicht zuviel, richtig :-)

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
Simone
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