Mohnblume

Glücksmomente und mehr...

Mohnblume

Beitragvon Freddy » 12 Jun 2009 13:32

grüß euch zusammen,
stellt euch vor, als ich heute morgen auf den Balkon naustret - nachdem i die Katzen und Hunde aus dem Weg geräumt
habe, die es in den letzten Tagen geregnet hat - sehe ich doch in voller Blüte eine riesige Mohnblume im Blumenkasten, wo
gestern nurmehr eine unscheinbare Knospe war. Violette bis purpurfarbne Blütenblätter, und das lustigste, ich dachte erst,
das wär ne Art Salat, denn die Blumenerde kommt von meinem Freund, der immer allerhand Gestrüpp und Krempel reinschmeißt.
Zuerst wollte ich das "Unkraut" letzte Woche raustun, und jetzt des - so eine schöne Blume!
Werd sie nacher fotografiern (für meinen Freund), wenns mal wieder zu regnen aufhört und jetzt bläst schon wieder starker Wind...
Lasst es euch gutgehen, LG Freddy
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Re: Mohnblume

Beitragvon dtroestler » 12 Jun 2009 20:22

Freddy,

bitte stell das Foto auch hier rein, wollte sehen was trotz allem überlebt hat, eine schöne Mohnblume.
Die Natur ist die stärkste an diese Stärke glaube ich. Ich glaube auch, dass die die überleben sollen das auch schaffen, trotz schlechter Prognosen, falscher Diagnosen und so...

Dir auch viel Kraft, damit du so bist wie deine Mohnblume- sie hat das geschafft, zuerst wie Kraut aussehen und dann, wunderschön... kraftvoll und stolz.

Liebe Grüsse Dagmar
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Re: Mohnblume

Beitragvon Freddy » 13 Jun 2009 08:40

Für dich, Dagmar - und deine kraftspendenden Worte!
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Re: Mohnblume

Beitragvon dtroestler » 13 Jun 2009 19:38

...wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder...

Vielen dank Freddy,

wie ich sagte, kraftvoll und stolz ist deine Mohnblume, mir fällt hier ein Der kleine Prinz ein, wie er seine Rose pflegte und liebte, sie kam auch durch Zufall zu ihm...

Der kleine Prinz ging, die Rosen wiederzusehn:
»Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts«, sagte er zu ihnen. »Niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt.«
Und die Rosen waren sehr beschämt.
»Ihr seid schön, aber ihr sein leer«, sagte er noch. »Man kann für euch nicht sterben. Gewiß, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe (außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen). Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist.«

Und er kam zum Fuchs zurück:
»Adieu«, sagte er...
»Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.«
»Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
»Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.«
»Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe...«, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
»Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich...«
»Ich bin für meine Rose verantwortlich...«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Und du bist jetzt für deine schöne Mohnblume verantwortlich...

Viel Spass beim gießen, deine Dagmar.
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Re: Mohnblume

Beitragvon Freddy » 14 Jun 2009 08:25

Guten Morgen Dagmar und die andern. Schöne Analogie: Der kleine Prinz. Hat mi angeregt, gleich als Morgenlektüre drin zu blättern. Wie entzückend, die Blume, die sich zum Abschied räuspert, damit er ihre Tränen nicht sieht, und wie sie zugibt, dass sie eigentlich gar keinen Schutz vor Wind und Raupen brauchte, sondern nur wollte, dass er sich um sie kümmerte. Schöne Liebesgeschichte.
Und auch, wen der kleine Prinz sonst noch im Planetensystem trifft, da steckt alles drin,
St. Exupery, der gefallene Flieger.
Wie geht’s dir eigentlich, cessna?
Und zum Schluss, als er schreibt: wenn Sie eines Tages nach Afrika reisen, und es begegnet ihnen ein Kind, das lacht und nicht antwortet, wenn man es unterbricht – dann wissen Sie wer es ist. Also seien sie freundlich!...
Meine Blume badet grad in der Sonne, gießen müsst ich auch mal wieder, stimmt.
Heut ist Sonntag, da können mir uns den Luxus leisten, mit dem Herzen zu sehen.
Machts gut, LG Freddy
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Re: Mohnblume

Beitragvon dtroestler » 14 Jun 2009 13:17

Leben heisst, langsam geboren werden. Es wäre auch zu bequem, wenn man sich fix und fertige Seelen besorgen könnte!

Einen schönen Tag Freddy,

mich hat das „dirschreiben“ und antworten zu wollen auch angeregt nochmal die Bücher von Exupéry in die Hand zu nehmen und die Seiten, die ich mir Post-it versehen habe, durchzulesen. Es ist ein Tick von mir, alles was ich in einem Buch interessant finde, mir entweder wo aufzuschreiben oder die Stelle zu markieren. Man kann ja nie wissen wann ich diese Weisheiten brauchen werde.

Vorgeschichte zur Wind, Sand und Sterne. Exupéry landete morgens um 2:45 Uhr etwa 200 km westlich von Kairo in der Sahara, blieb unverletzt und machte sich zu Fuß auf die Suche nach einer Siedlung. Kurz bevor er verdurstete stieß er auf Beduinen, die ihn retteten. Diese Erlebnisse führten später zu dem Buch Der kleine Prinz.

Paar Zeilen aus diesem Buch:
Als ich durch die Wüste mit dem Tode um die Wette ging, habe ich wieder einmal einer Erkenntnis gegenüber gestanden, die dem Kopf so schwer eingehen will. Ich habe mich verloren gegeben, ich glaubte, in den Abgrund der Verzweiflung zu stürzen; aber ich brauchte nur zu verzichten, um Frieden zu finden. Der Mensch muss wohl solche Stunden erleben, um sich selbst zu finden und sein eigener Freund zu werden. Nichts kann ihm dann das Gefühl nehmen; ein Lebensbedürfnis in ihm ist befriedigt, das ihm vorher gar nicht bewusst gewesen war.

Ich habe vor vielen Jahren diese Stelle markiert, ich wusste nicht was auf mich zukommt. Aber als ich auf der Intensivstation lag habe ich genau solche Gedanken gehabt- auf einmal konnte ich auf viele Dinge verzichten, die ich vorher für wichtig gehalten habe. Wie wenig materielles wir brauchen, erstaunlich, nicht wahr…

Jetzt meine Frage- was würdest du mit auf eine Insel nehmen? Essen und Wasser gibt´s genug.

Schönen Luxus-Sonntag,

deine Dagmar.
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Insel

Beitragvon Freddy » 14 Jun 2009 22:41

Das ist eine Frage, Dagmar, über die ich noch etwas nachdenken möchte.
Spontan - am liebsten: meinen Freund. Wenn der aber schon dabei ist, müsst es darüber hinaus etwas
ganz existenziell wichtiges für mich sein, (ob da Papier, Stift, Bücher und Radio ausreichen?).
Da sollt man immer ein „Notfallpackerl“ für alle Fälle parat haben, merk ich grad.
Der Moment, den Exupéry in der Wüste erlebt, also Todesnähe und ein viel intensiveres Bewusstsein danach – des kann ich nachvollziehen.
Kann sehr heilsam sein, ein kurzer „Vorgeschmack“ auf den Tod.

Und du, was würdest du denn mitnehmen wollen?

LG Freddy
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Re: Mohnblume

Beitragvon Freddy » 17 Jun 2009 10:36

Grüß Gott zusammen,
i möcht nur einen kurzen Zwischenbericht von meiner Mohnblume geben – ich hoffe, das langweilt euch nicht? -
sie verhält sich höchst interessant.
Vorgestern hat die Blüte, die ihr oben auf ersten Foto seht, auf einen Schlag ihre Blüten von sich geworfen, womöglich wegen des dauernden Regens.
Jedenfalls reckte sich an ihrer Stelle nurmehr die Samenkapsel in die Höhe.
Während der Nacht muss sich dann die vorher schlapp herunterhängende Knospe aufgerichtet haben, denn am nächsten Tag war da eine neue Blüte, ebenso violett bis purpur, aber eben frischer und etwas kleiner. Sie ist nun immer noch da.
Neben ihr bemerkte ich gerade weitere hängende Knospen, so bin ich also gespannt, wie oft sich des Schauspiel noch wiederholt. Es scheint so etwas wie eine „Steh auf –Blume“ zu sein, bemerkenswert, sowas habe ich vorher noch nie beobachtet.
Wünsche euch ebenfalls einen neuen frischen Start in den Tag, alles Gute! LG Freddy
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Re: Mohnblume

Beitragvon Freddy » 18 Jun 2009 10:40

Grüß di Dagmar, und die anderen,
vermisse deine Antwort auf meine Gegenfrage auf deine Frage an mich :"Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?"
Hier also nochmal "Und du, was würdest du gerne mitnehmen?" Wenns noch drüber nachdenkst, kein Problem.
Meine Blume hat heute morgen übrigens mit einer neuen Blüte aufgewartet, jetzt sind es also schon zwei!
Schönen Tag, LG Freddy
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Re: Mohnblume

Beitragvon dtroestler » 18 Jun 2009 16:34

Schönen Tag Freddy,

ich hoffe du verzeihst mir, aber ich hatte die letzten Tage ziemlichen Stress, die Bestrahlungen gehen nächste Woche los und die müssen genau eingeplant werden.
Deswegen habe ich zwei CT Untersuchungen und auch andere gehabt, die nach der OP notwendig sind .
Ich habe jetzt Markierungen am Bauch, mehrere Kreuze, seltsames Gefühl. Die ganze Prozedur ist mir so und so unheimlich, denn man sieht nichts, riecht nichts, na ja eher gewöhnungsbedürftig. Und es dauert bis ende Juli- echt sehr schöner Sommer...jeden Tag hin und her. Aber wenn´s hilft, dann mache ich´s eben.

So, jetzt zu unserer Frage: Ich werde (mal angenommen meine Kinder sind auch da) absolut nichts mitnehmen, nichts materielles, ich täte mir nur einen schönen Freitag als Gefährten wünschen, so wie es der Robinson gehabt hat. Alles andere brauche ich nicht, denn wenn ich nicht weg kann, reicht mir Liebe, Luft und Wasser.
Nur einsam will ich nicht sein auf einer einsamen Insel, das empfinde ich als Strafe. Allein sein stört mich nicht, aber Einsamkeit ist schlimm für mich.

Übrigens, deiner Blume geht’s prächtig wie ich sehe- nur so weiter, mein Freund... :D


Deine Dagmar
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