Kunstprojekt die Kranken patienten selbststeuern kann

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Wie kann man seine Krankheit auch anders verarbeiten?

Kunstprojekt die Kranken patienten selbststeuern kann

Beitragvon annatsch » 29 Mai 2009 12:58

Gruesse an euch alle, ich schreibe aus Australien und habe gerade etwas sehr schoenes gesehen wovon ich kurz berichten moechte.

Es handelt sich um eine Kunstprojeckt (sehe link unten) die in eine 'palliative care unit' stattfindet hier in Melbourne. Die initiatorin ist ein Kunstlerin (die auch Buhnenbildnerin und Beleuchterin war) die vor ein paar Jahren zusah wie ihre Mutter an Brustkrebs starb. Mittendrin in ihre eigene trauer dachte sie auch uber den Krankenhaus nach und wie laut, grell und grausam es dort war ohne irgendwas schoenes, ruhiges oder spirituelles fuer die gestresste Menschen die dort behandlet wurde. Dadurch entwickelt Sie ihre projekt ' the Disambiguation Room' die eigentlich ein bogen spannen sollte zwischen der Kunst und Medizin. Was ich in Fernsehen sah war ein Zimmer 'zum Eintauchen' das Patientin betreten koennte entweder allein oder mit ihren Familien, Dort koennten sie dann auswaehlen welche art von Bilder die anschauen wollte auf verschiedene Leinwaende und dazu auch waehlen welche licht farbe, gerausche, musik, geruch sie am liebsten haette. Die leute die gesprochen habe fuhlten sich positiver eingestellt weil sie etwas in der hand hat was sie gut tut, ruhe reinbringt und kraft gibt fuer ihre personlicher situationen. Es ist nicht verbunden mit bestimmten Glauben oder Denkrichtungen und die Patienten werden beigebracht wie sie das programme selbst steuern koennte also etwas neues lernen die nicht so anstrengend ist wie manche Therapien. Ärzten und Mitarbeiter haben auch gesehen welche einfluss das projekt hat innerhalb des kliniks und wahrend ich schaute habe ich mir auch sowas gewunscht fuer meine Mutter die im Krankenhaus am Krebs starb vor vielen Jahren. Vielleicht gibt es etwas ahnliches in Deutschland aber es ware vielleicht auch moeglich das ein Kunstler/team an so was ähnliches arbeitet oder vielleicht sich ins Verbindung setzt mit dem Ort oder die Kunstlerteam hier die das initiert hat. Das wollte ich nur mitteilen mit der hoffnung das es jemanden 'was bringt.

http://humanrooms.com/what-we-do/
http://www.southernhealth.org.au/mcculloch/

Auf der ersten link gibt es ein kurzes video daruber und ich wuensche ihnen alles schoenes beim zusehen

besten Gruesse

annatsch
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Re: Kunstprojekt die Kranken patienten selbststeuern kann

Beitragvon Freddy » 01 Jun 2009 08:48

Hallo Annatsch,
das ist recht nett, dass dir die Mühe gemacht hast, uns den "Ambiguation Room" näherzubringen. Wenn i des richtig versteh, können die Patienten innerhalb der Klinik in einem bestimmten speziell dafür installierten Raum selber bestimmen, welche Farben, Klänge und so sie haben möchten? Großartig!!
Mein Computer ist etwas rückständig, deshalb kann ich des Video nicht anschauen, bin aber recht gespannt. Thank you und Gruß nach Australien!
Freddy
 
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Re: Kunstprojekt die Kranken patienten selbststeuern kann

Beitragvon Leila S. » 09 Jun 2009 11:48

Hi,
es heißt "Disambiguation-Room", hab das mal nachgeschlagen: im Wörterbuch steht "Begriffsklärung" und ambigous heißt übersetzt "vieldeutig, doppelsinnig, zweifelhaft" - dann könnte disambiguos das Gegenteil sein? Ist aber auch nicht so wichtig, euch allen einen halbwegs schönen (und inspirierten) Tag, liebe Grüße
Leila S.
 
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Re: Kunstprojekt die Kranken patienten selbststeuern kann

Beitragvon Freddy » 10 Jun 2009 17:16

Grüß euch miteinand. Stimmt, Leila, jetzt seh ich des auch, hab des „Dis“ vergessen. Inzwischen konnt ich mir das Video anschauen und bin echt begeistert, schon das bloße Zuschauen war entspannend und irgendwie beruhigend. Die Künstlerin hat da in der palliativen Abteilung einen sehr angenehmen, leicht verdunkelten Raum für die Patienten geschaffen, in Interaktion mit diesen, das heißt, die konnten ihr sagen, was für Farben, Filme und Klänge oder Musik sie gern haben. Als Beispiel waren im Film eine Meeresbrandung in sanften Blautönen und eine Waldwiese (glaub ich) zu sehen, sowie angenehme Klanglaute, die Künstlerin nennt es „transzendente“ Musik. Wenn ich gestalterisch begabt wär, würd ich so was auch machen wollen… Wenn du da mal reinschaust, Christoph (he, darf ich dich so salopp von der Seite anquatschen?), was sagt deine künstlerische Ader?
Die Patienten haben übrigens berichtet, dass sie sich durch diese, ich nenns mal Filmvorführung, total entspannt und erlöst fühlten, weil sie nach all dem Ausgeliefertsein in der Klinik endlich etwas selber wählen, kontrollieren und frei genießen konnten, und dadurch das Gefühl hatten, von ihrer Verletzlichkeit nicht mehr so überwältigt zu werden, eine Patientin sprach von einem Gefühl von „Frieden“ und dass sie ihre Schmerzen besser akzeptieren konnte, wie die Felsen in der Brandung des Meeres, welches sie eine Weile betrachtet hatte.
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