statistische Betrachtung meiner Krankheit

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statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon heirö » 13 Mär 2010 17:18

Seit der Gewissheit daß ich bösartigen Lympfdrüsenkrebs habe ,schreibe ich mir alle möglichen Daten , die ich damit in Verbindung
bringe, auf.
Somit ist im Laufe der letzten Monate ein umfangreiches Datenmaterial entstanden ,worüber ich jetzt selber erstaunt bin.
Jetzt habe ich mal versucht alles in ein Koordinatenkreuz, mit Zeit- und Intensivachse unterzubringen ,um meinen Krankheitsverlauf,
bildlich darzustellen.
Am wichtigsten dabei war natürlich der Verlauf der sogenannten Schübe.
Jetzt muß ich dazu sagen daß ich mich in keiner Weise mit dem Problem Krebs befaßt ,noch irgend etwas darüber gelesen habe.
Ich akzeptiere die Krankheit und will mich nicht,von Außen verrück machen lassen.Somit hört sich sicherlich alles laienhaft an.
Erfassen tu ich:-Zeitraum der Schübe
-Dauer
-intensität
-Fieber (temperatur)
-Blutdruck
-Schweißausbrüche
-Nahrungsaufnahme
Später mal mehr darüber . Bis bald heirö
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon heirö » 13 Mär 2010 19:36

Von meinen ges. Untersuchungen habe ich stets alle Unterlagen erhalten. DVD's über die CT's,Alle Krankenberichte Blutproben usw.
Da ich eine Chemo ablehne, seitdem reagiert mein Onkologe etwas verschnupft.
Bekomme zZ Antibiotika mit Penezelin ,Schmerztabletten und Zopiclon damit ich etwas schlafen kann.

Wenn ich also die Kurven meiner Bilddarstellung so betrachte, kann ich so ziemlich genau vorhersagen wann bei mir eine
Kritische Phase beginnt.
Die Intensität der Schübe wird stärker und dauert länger, und der Zeitraum zwischen den Schüben wird merklich kürzer.
Die Fieberkurve ist gleichbleibend, der Gewichtsverlust während einer Phase ist steigend wobei in der Normalphase mein Normal-
gewicht wieder erreicht wird.

Hat denn jemand Erfahrung mit stärkeren Schmerzmitteln und ab wann kann man sie fordern ?

Der Gedanke , dem Elend selbst ein Ende zu bereiten ist ganz fest in mir.In den schlimmsten Phasen wünsche ich jedesmal
nicht wieder zu erwachen. Morgens geht dann das gleiche Elend wieder weiter.
Bis bald heirö
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon Katja » 14 Mär 2010 13:17

Lieber Heirö,

darf ich mir bitte eine Frage erlauben? Rauchst Du?

Viele Grüße,

Katja
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon heirö » 14 Mär 2010 17:02

Hallo Katja !
Schönen Sonntag
Zu Deiner Frage ,Nein ,ich habe so vor 50 Jahren meine letzte geraucht,davor aber auch nicht so richtig.
Meinen gesamten anderer Lebenswandel würde ich auch als ganz normal einschätzen, außer daß ich immer
viel gearbeitet habe. (nur für den Fall daß das Deine nächste Frage wär )
Auch im ges. Ernährungsablauf sind keinerlei Begründungen zufinden.
Danke für Deine Anteilnahme.
Wünsche Dir alles erdenklich Gute
Bis bald
heirö
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon Katja » 15 Mär 2010 19:46

Hallo Heirö,

ich habe kurz über den Lympfdrüsenkrebs im Internet geschaut. Es verbirgt sich eine ganze Menge unterschiedlichen Krankheiten dahinter. Und es steht ja auch, dass man gerade den Krebs mit Hilfe von Chemos erfolgreich bekämpfen kann. Warum hast Du sie abgelehnt?
Zur der Diskussion "Ich und mein Krebs" habe ich Folgendes überlegt.
Es ist mir kaum denkbar, dass Krebs eine richtige Krankheit ist. In der ersten Linie ist das ein Symptom. Wie Fieber. Der Körper sieht einen Feind eingedrungen, versucht ihn zu bekämpfen. David Servan-Schreiber in seinem Buch "Anti Cancer: A new way of life" (Das Buch gibt es auch auf Deutsch) zitiert Rudolf Virchow, dass Krebs ein Heilungsversuch ist, der schief gegangen ist.
Im Fall des metastasierenden Erscheinungsbildes soll die Ursache den ganzen Körper überlasten. Es kann Rauchen, Viren oder Pilze (invasive Mykosen) sein. Der Körper schlägt Alarm und schickt seine Verteidiger (Krebszellen) auf die Suche nach seinen Feinden. Laut ein wissenschaftliches Paper (kann jetzt nicht genau aus dem Kopf zitieren), nur 0,05 % der Krebszellen, die im Blut zirkulieren, bilden Metastasen. Wie sie den Ort aussuchen, wo sie sich niederlassen, ist unklar.
Wie lautet denn die Diagnose bei Dir genau? Und es wäre für mich interessant, die histologische Untersuchung des rausoperierten Knotens zu lesen. Wenn Du natürlich nichts dagegen hast. Du kannst hier im Forum auch eine Nachricht an mich schicken, wenn Du es nicht für alle lesbar legen möchtest.
Ich bitte um Verzeihung für so ein langes Schreiben.

Viele Grüße,

Katja
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kleine korrektur

Beitragvon Katja » 15 Mär 2010 20:02

Wikipedia: "Nur etwa 0,01 % aller im Blut zirkulierenden Krebszellen schafft es, eine metastatische Kolonie zu bilden"

Katja
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon heirö » 17 Mär 2010 17:44

Hallo Katja !!
Vielen Dank für Deine Anteilnahme. Nun machst Du Dir,neben all Deiner Probleme,auch wegen mir noch Sorgen.
Ja, warum will ich keine Chemo und Bestrahlung, diese Frage wurde mir schon öfters gestellt.
Weißt Du, ich habe während meiner Krankheit, im Bekanntenkreis und auch im Krankenhaus so viel gesehen und erlebt,
deshalb möchte ich es einfach nicht.
In den nächsten Tagen werde ich 73 , habe ein erfülltes Leben gehabt, alles erreicht und immer fröhliche Menschen um mich versammelt.
Warum soll ich wegen ,eventueller , ein paar Monate,ganz sicher aber mit sehr viel Stress für meinen Körper,mir dieses noch antun.
Meine Deviese ist ,man muß auch loslassen können.
Einfach ist es nicht. In einigen kritischen Phasen meiner Krankheit wollte ich schon Schluß machen. Jetzt muß ich lachen denn
immer viel mir irgend eine Ausrede oder Begründung ein es diesmal noch nicht zutun.
Eines aber weiß ich immer noch ganz gewiß ,ein leidvolles Dahinsiechen gibt es für mich nicht.
Meine Verwandten und Bekannten sollem mich optimistich fröhlich und gesund und munter in Erinnerung behalten.
In der Hoffnung weiterhin mit Dir plaudern zu können, bis bald.
heirö
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon Katja » 17 Mär 2010 19:48

Lieber Heirö,

was Du da schreibst, überrascht mich nicht. Alle, die hier sind, kennen das alles nur so gut.

Was in meinem Bericht steht, passiert mit meinem Ehemann. Ich habe in diesen ein und ein halb Jahren so vieles erlebt. Er ist 52. Unsere Kinder sind zwar nicht klein, aber noch nicht richtig erwachsen. Er will nicht "los lassen". Und ich will ihn auch nicht los lassen.

Ich bin Physikerin vom Beruf. Ich glaube nicht an die mysteriösen Krankheiten, aber in die unglaubliche Kraft der Natur.

Ich kann es nicht zählen, wie oft ich mein Mann überreden, anschreien, bitten und anflehen sollte, dass er nicht "Schluss macht". Es scheint sich jetzt gelohnt zu haben (toj,toj,toj, auf Holz geklopft. Abergläubig bin ich trotz meinem Beruf geworden :-) ).

Und ich sage es auch Dir: Zu spät ist es, wenn einer nicht mehr am Leben ist. Das können wir, Menschen, nicht rückgängig machen. Bleib bei uns, wer weiß, vielleicht ist die Rettung schon ganz nahe und Du kannst noch Jahrzehnte gesund und fröhlich leben (toj,toj, toj, auch für Dich auf Holz geklopft :-))) ).

Mit den Chemos, eigentlich, war es nur eine Frage: Vielleicht, gäbe es bestimmte Gründe die abzulehnen. Meiner Meinung nach, sind Chemos dann nützlich, wenn man die Ursache kennt und Zeit gewinnen soll, um die Krankheit zu besiegen. Oder nach der Ursache suchen. Wie Aspirin beim zu hohen Fieber.

Ich finde es absolut klasse, wie Du mit Deiner Erkrankung umgehst.

Hast Du probiert, aus der Ernährung den Zucker, Weißmehlprodukte und Kartoffel raus zu nehmen? Nach dem histologischen Befund habe ich nicht einfach so gefragt. Mich interessiert es, ob alle Proben nach Pilzinfektion untersucht werden. Professor Hof aus Mannheim hat gerufen "Suchen Sie Pilze!". Der ist ein berühmter Mikrobiologe. Ich möchte nicht behaupten wie Ron Gdanski ( http://www.alkalizeforhealth.net/Linfection.htm )
dass alle Krebserscheinungen bei den Pilzinfektionen verursacht sind, aber ein Teil von denen (und gar kein kleiner Teil) schon.

Viele liebe Grüße,
Katja
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon heirö » 18 Mär 2010 17:40

Hallo Katja !!
Zuerst mal vielen Dank Für Deine Bemühungen und alles erdenklich Gute für Dich und Deine Familie.
Ja, so hat jeder so seine Vorstellungen ,tausend Ratschläge und Empfehlungen.
Pilze ,Bakterien ,Vieren am besten man holt nicht einmal mehr Luft denn dort sind vermutlich die größten Verursacher zu finden.
Meine Einstellung ist da auch wieder eine ganz Andere.
Seit meiner Krankheit mache ich ganz bewußt nur noch das was mir Spaaß macht,ich esse und trinke worauf ich Appetit habe.
Mit Wollust lasse ich mir jeden Bissen auf der Zunge zergehen und jeder Tropfen rinnt genußvoll durch meine Kehle.
Heute kaufe ich mir Dinge die mein Leben bereichern.
Und weißt Du was das Schöne daran ist, es ist mir sch.... egal wie es erzeugt wurde.
Hast Du schon mal versucht rauszubekommen wie die Weinrebe ernährt wurde.Oder ob Dein Hüftsteak zum Sonntag mit
Geenmais gezüchtet wurde. Diese Frage kannst Du Dir bei jedem Gram Deiner Ernährung stellen.
Nun bin ich 73 geworden, nach meiner Meinung kann ich doch da nicht all zuviel falsch gemacht haben .
Muß aber immer wieder sagen daß es mir unendlich weh tut wenn es jungen Menschen erwischt.
Da sieht alles ganz anders aus. Hier sollte man schon einiges beachten.
Bis bald heirö
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Re: statistische Betrachtung meiner Krankheit

Beitragvon Katja » 19 Mär 2010 11:08

Hallo Heirö,

ich bitte um Verzeihung, aber für diejenigen, die für ihr Leben nicht kämpfen wollen, habe ich keine Zeit. Klar, werden wir alle irgendwann gehen. Aber dafür wird schon von dem lieben Gott gesorgt. Wir müssen fürs Leben sorgen. Und nicht nur für unser sondern für das Leben unserer Mitmenschen.

Ich verabschiede mich von Dir und wünsche Dir alles Gute!

Katja
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