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Träume seit den Krankheiten

BeitragVerfasst: 17 Mär 2010 19:51
von Leila
Acht Jahre Schizophrenie dann die Krebsdiagnose, eine späte, eine einJährige Behandlung, Chemo, Paralelltherapien und Operationen. 10 Jahre sind vergangen und sie waren ein einziges Kranksein.
Ich träume viel von meinem Wesenszustand vor den Krankheiten, weiss noch genau wie Körper, Seele Geist und Herz sich fühlten ohne all dies zu wissen, erlebt zu habn. Ein Körper wie ein Fltzebogen, immer zum Sprung bereit, ein Fluss von Energie und fest mit der Erde verankert und trotzdem fliegend. Es war SCHÖN.
Nach der Schizophrenie war ich am Boden. Nach 8 Jahren racistischer, sadiistischer und anderen quälenden Stimmen im Kopf und Körper war ich fix und fertig. Sehnte mich nach der vorherigen Unversertheit. Sie war ganz weit weg.
Verlor meine grosse Liebe, mein Architekturbüro und mein gesamtes mir bis dahin bekanntes Leben, landete praktisch auf der Strasse, d.h. ein Schritt davor. Zuflucht bei Familie. 2 Jahre Genesung dann die Krebsdiagnose.
Die Träume der Unversertheit haben nicht aufgehört zur selben Zeit hat mir die Schizophrenie und der Krebs Einsichtungen und Einfühlungen in das Leben und das Wesen der menschlichen Natur gegeben die so immense sind, im Kleinen wie im Grossen, in der Fragilität wie in der STärke, dass ich wieder glücklich bin. Anders als vorher, nicht ganz so ungebändigt, mit Schrammen und Narben, also nicht unversehrt, mit Organen die noch schmerzen aber immer noch mit dem Traum dass es auch so unversehrt ist das Leben, eine Unversehrtheit mit Krücken, mit schmerzhaften Einsichten und Erfahrungen aber irgendwie doch auch SCHÖN. Währned meiner Schizophrenie stellte ich mir vor einen Picasso-Kopf zu haben einer mit multi-perspektivischen Flächen, ein Kopf der durch Wände gehen kann damit die Stimmen endlich aufhören. Jetzt ist mein ganzer Körper multiperspektivisch. Alles was weh tut, nicht weh tut wird zur neuen Berührungsfläche mit der Welt.
Die Welt und das Leben haben einen neuen Zauber, die ANgst dieser verdammte Krebs könnte wiederkommen ist da, wie auch die Freude an guten DIagnosen und dem Glauben dass ich trotzdem mit 90 noch am Strand den Sand durch meine Zehen fliessen lassen werde, ohne Chemo gekribble und Gefühlslosigkeit. Der Traum der unversehrtheit morphed zu etwas
neuem ich weiss noch nicht genau wohin der Traum geht aber ich freue wieder mich komme was wolle.
Ein neuer Traum beginnt.
Leila