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Wie ich den Krebs besiegte.

BeitragVerfasst: 26 Aug 2010 03:34
von doberlin
dieser Betreff mag etwas reisserisch klingen, aber wie soll ich es sonst nennen? doch zunächst kurz zu mir. Ich bin heute 63 Jahre alt und als ehemaliger Krankenpfleger seit drei Jahren in der Schwerbehindertenrente. im März 2002 wurde bei mir die Diagnose eines Tonsillenkarzinoms gestellt. Der Krebs wurde nur entdeckt, weil ich auf eine gründliche Untersuchung in der Uniklinik drängte, mein Hausarzt hatte die oberflächliche Diagnose schon mit dem Befund "ist gutartig, Gott sei dank" ad acta legen wollen.
Ich möchte aber weniger hier meine Leidensgeschichte ausbreiten, sondern vielleicht denen ein wenig Mut machen, die Hoffnung nicht aufzugeben.
Was ich im Nachhinein im Umgang mit meiner Krankheit wichtig fand lässt sich schnell sagen, zumindest war es für mich wichtig:

Offen mit der Diagnose umzugehen,

Unterstützung von Lebenspartnern und Freunden zu erhalten,

Bedenken, dass Freunde sich auch aus Unsicherheit zurück ziehen können,,

Hilfe bei besonders geschulten (Onko)-Psychologen suchen,

Ein gesundes Maaß an Kritik Ärzten, Pflegepersonal und ReHa-Kliniken gegenüber haben,
sie aber als Verbündete gewinnen und nicht zu Schuldigen machen,

Auch bei sich selbst nicht nach Schuld zu suchen


Soviel "Normalität" wie möglich sich bewahren und Stück für Stück zurück erobern

Niemals sich Fragen stellen, wie: warum gerade ich?

Kein Selbstmitleid pflegen,

Die Krankheit annehmen, mit vertauten Menschen offen über das Serben und den Tod versuchen zu reden und Ängste thematisieren, wenn es notwendig werden sollte.


Sicherlich gibt es noch viele andere Aspekte die wichtig sind. Jeder muss für sich entscheiden, wie sein Umgang mit der Krankheit zu gestalten ist, ich habe lediglich die Dinge genannt, die mir wichtig waren und weiter halfen.

Vielleicht noch dieses: ich ging immer zu den Nachuntersuchungen, auch wenn die Angst davor in der ersten Zeit schwer zu ertragen war, so war das Ergebnis bei mir ja dann immer wie eine Befreiung und richtig auf der sicheren Seite fühlte ich mich schrittweise ab dem 7. Jahr nach der Diagnosestellung.

Ich würde mich über Rückmeldungen freuen und natürlich wünsche ich allen betroffenen und Lesern alles Gute.

Doberlin

Re: Wie ich den Krebs besiegte.

BeitragVerfasst: 01 Jan 2011 14:14
von Anne
Ich danke Dir sehr für diesen Beitrag; der war ja so nöig!
Gruß
und gutes neues Jahr
Annette