Hallo Freddy...

Für alles was da weiter oben keinen Platz findet...

Re: Hallo Freddy...

Beitragvon wered » 22 Jul 2009 07:00

Guten Abend Freddy,

es hat so lange mit meiner Antwort gedauert weil mich so viele Punkte in deinem Brief
ansprechen. Ich habe deine Post immer mal wieder gelesen. An einigen Stellen habe ich
mich gefragt 'erzählt hier Freddy meine Geschichte?''
Auf alle Themen die auch mich zum Teil stark berühren kann ich nicht antworten. Das gäbe
10 Seiten. Zuviel.
Ich versuch's mal so dass ich dir antworte mit dem was mir zuerst -ungefiltert-zu deinen Zeilen
einfiel::

Minderwertigkeitsgefühle und Sexualität

Was ich so unter Sexualität gelebt habe so kommt mir irgendwie als eine Art Witz vor. Aus heutiger
Sicht wurde ich zu einem heterosexuellem Mann erzogen. Folglich hatte ich in jungen Jahren Freundinnen
Das war auch ganz schön. Reizvoll. Alle Beziehungen gingen nach 3-4 Jahren zu Ende. Es sollte eine
Familie gegründet werden. Kinder war heiß erwünscht. Jedoch nicht von mir.
Seit mehr als 20 Jahren lebe ich mit meiner Freundin zusammen. Wir sind uns lange einig: sie hat ihren
'Sohn' ich meine 'Mutter' geheiratet.
Von Erotik-Nähe und.....keine Spur.
Darunter leide ich.
Einmal habe ich mit zwei Schwulen eine Wohnung geteilt. Ich war 30 Jahre alt. Und hatte ein mulmiges Gefühl.
Heute denke ich gerne an diese Zeit zurück. Von den beiden ging viel Energie aus. Wir haben sehr viel gelacht.
Sie gingen so offen mit ihrer Art des Zusammenseins um das ich nur so dastand: verklemmter hetro-voller Angst-der das Leben betrachtet
wie es auch sein könnte.

Wegen Minderwertigkeitsgefühle entwickelte meine Körper in jungen Jahren so starke Symptome dass ich nur noch so herum gekrochen bin.
Ich konnte nicht arbeiten. Versteckte mich.
Ich wusste überhaupt nicht wer ich war. Dann ging ich -freiwillig-dem Druck der Symptome folgend-längere Zeit in eine,offene,
psychiatrische Klinik.
Das war nicht die schlechteste Zeit meines Lebens.

Eine Enttäuschung über einen Menschen mit dem du teilen wolltest, in ihn verliebt warst und der dich,
wie ich dich verstehe, bitter enttäuscht hat, habe ich so nicht erlebt. Das tut mit sehr Leid für dich.
Aber sicher gibt es auch immer die andere Seite. Und du hast gelernt.
Bist gewachsen.

Schwächen und Fehler auf andere projektieren

Darin war ich perfekt.
Ein Meister des Grauens.
Ähnlich wie du schreibst wurde mir, zum Glück, nach und nach klar, dass es meine eigenen Schwächen sind.
Die wollte ich nicht wahrhaben. Ums verrecken nicht. Und habe so machen Menschen vor den Kopf gestoßen.
Ich glaubte dieses 'herausbrechen' überwunden zu haben.
Seltsam - genau als du geschrieben hast habe ich einen schlimmen 'Rückfall' erlebt. Ich habe mal wieder, wie mit einem Schlag,
wie ein Blitz aus heiterem Gesicht, jemanden klar gemacht wie blöd er sich aus meines Sicht verhält.
Entsetzlich.

In asiatischer Selbstverteidigung habe ich keine Erfahrungen. Ich habe aber von einigen gehört.
Ich denke es verhält sich so wie bei den vielen verschiedenen Meditationspraktiken. Eines ist in allen gleich:

Die zentrale Bedeutung des Atems!

Der gibt Halt.
Daraus wächst die Stärkung.
Weil alles schon in jedem von uns da ist.
Und wartet drauf von dir befreit zu werden.
Davon bin ich überzeugt.

Und deshalb stimmt auch dein Satz:
Alles was wirklich wichtig ist, wird dir [lieber Freddy] bleiben.
Weil es schon schon vollständig da ist.
Nicht im Körper.
Und deshalb nicht zerstört werden kann.
Daran glaube ich.
Ein bisschen Einblick durfte ich durch meine Übung auch erfahren.
Keine Angst: ich will dich nicht missionieren.
Ich will dir auch nichts verkaufen.
Mich-
brauchst du nicht.

Was ich dir schreiben könnte ist eine kleine, kurze Einführung.
In Selbstverteidigung? In Mediation? In Zen?

Nein-in die Achtsamkeit
Was deinen Atem betrifft.
Übst du es ernsthaft
wirst du das Ziel finden.

Wichtig ist nur, du findest eine Übung die dir liegt.
Bogenschießen-Thai- Chi-Zen.
Egal
Dein Atem könnte dir nicht nur den nötigen Halt geben-
sondern wäre auch dein erster 'Meister' :

Das gute: du hast ihn jeder Zeit zur Verfügung.
Bis zu deinem letzten Atemzug.
Ist das nicht wunderbar!

Um an deinen 'Urgrund' zu kommen.
Und dort fehlt nichts.
Gleich-wie krank oder gesund wir sind.
Darum geht es nicht.

Nein-schwarz gekleidet bin ich nicht.
Wir sitzen in Kleidung mit bedeckten Farben.
Wir benutzen kein Deodorant.
Sehen tagelang einander nicht an.
Schweigen.
Bewegen uns nicht in den Sitzzeiten.
Vermeiden also alles was, wie du schreibst, die Endlosplatte startet.
Das ist sehr schwer durch zu halten.
Aber-heilsam.

Für heute grüßt ich ganz herzlich
müde aber mit Perspektive
Leidensgenosse
wered
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon Freddy » 22 Jul 2009 12:00

Grüß dich wered,

freue mich über deine ausführliche Antwort, ich sehe du hast ganz schön drüber nachgedacht. Besser als ich,
der glei so voreilig und manchmal unflektiert nausplatzt.
Ja, es hat wohl jeder sein Packerl zu tragen…
Danke für die Hinweise zum Atmen, da fehlts bei mir, ich achte gar nicht drauf und es leuchtet mir ein, dass man daraus viel Kraft
und Ruhe beziehen könnte.

Wie ich des aus deiner Jugendzeit gelesen hab, hats mich ganz schön erschlagen, mir vorzustellen, wie du herumgekrochen bist und dann
zum Glück eine offene Klinik gefunden hast. Psychiatrisch habe ich keine Erfahrung, habe mehr auf der psychosomatischen Ebene, also Körperarbeit was gemacht, weil ich Hemmungen habe, in mein Gefühlsleben zu sehr rumwurschteln zu lassen. Physiotherapie und Yoga, da war ich meist der einzige Mann.

Weißt, des tragische ist ja, wenn man jung ist, dass man meint, alle anderen haben tolle Sexerlebnisse, die stellen das ja auch so dar und nur man
selber trielt im Sumpf herum.
Dass des nun gar nicht so war, das hab ich erst gemerkt wie ich 30 war. Ich hab mich in der Pubertät geniert, den anderen aus der Clique
zu erzählen, dass ich nicht auf Frauen steh, ich war ja früher im Dorf als junger Bursch beliebt und wollte das nicht verlieren.
Die warn halt alle sehr konservativ, also hab ichs gar nicht erst probiert, mich jemand anzuvertrauen. Dass ich dadurch zum Eigenbrötler
wurde, isoliert und einsam und meine Beliebtheit erst recht flöten ging, war wohl der Preis für mein Misstrauen und meine Scham.

Erst wie ich später da weggezogen bin, konnte ich mich zum ersten Mal ausleben, in der Großsstadt, aber ich habs nicht übertrieben, bin der monogame Typ.

Weißt, wered, dass viele Leute in ihrer Beziehung und im Liebesleben nicht glücklich und erfüllt sind, das hab ich erst mit der Zeit mitbekommen.
Da herrschen ja unheimlich Tabus und die Deckmäntelchen des heilen Familienlebens, vor allem wenn Kinder da sind.
Wenns da hinter die Kulissen schaust, wünschst du dir, du hättest es nicht gesehen, es sind manchmal sehr traurige Zwangslagen, und schlimm
für die Kinder, die mit unzufriedenen Eltern aufwachsen müssen.
Kann ich daher gut verstehen, dass du keine Kinder wolltest, Ich hab auch keine, würde aber mit meinem Partner auch was
adoptieren, wenn er das will.
Aber mir fiel grad ein, wie ich schrieb, die unzufriedenen Eltern: meine Mutter war unglücklich und verbittert, aber sie ließ sich das
nicht anmerken. Ich wuchs ohne Vater auf, und sie hat das alles tapfer gemeistert, aber ich habe als Kind immer gespürt, dass ihr was fehlt.
Sie hat sich dann sehr auf mich fixiert, viel für mich getan, mir meine Hobbies ermöglicht, mich sehr fürsorglich versorgt,
fast schon zu fürsorglich, denn manchmal hatte ich das ungute Gefühl, ich sei ihr einziger Lebensinhalt. Alles was ich machte, dachte und wollte,
war ihr extrem wichtig und wenn ich mal nicht da war oder was Eigenes machen wollte, gabs gleich Probleme, fast wie beim Ehestreit.
Erst als ich auszog, hat sich das gebessert, aber ich lebe immer in Schuldgefühlen wegen ihr und sie weiß genau, wie sie daran drehen kann.
Vielleicht ist das bei dir ähnlich.

Und dass ich keinen Vater hatte, hat vielleicht meine Sehnsucht zu Männern geprägt, wer weiß. Heute bin ich seit 6 Jahren mit
einem älteren Mann zusammen, vielleicht auch eine „Vaterfigur“, ich weiß es net.
Auf jeden Fall ist bei uns zum Glück noch Nähe und Intimität möglich, aber ich kann mir auch vorstellen, dass sich das mit den
Jahren verändert, und man nur noch brüderlich nebeneinander herlebt. Bei vielen Paaren ist das so, und früher wäre keiner auf
die Idee gekommen, sich deswegen einen anderen Partner zu suchen.
Heute haben wir die Freiheit, und Filme und Lieder gaukeln uns vor, wie glücklich wir sein könnten oder müssten, daher nagt immer
ein bisschen der Zweifel an einem.
Am wichtigsten finde ich das Vertrauen zu meinem Freund, und hoffe, wir verstehen uns weiter so gut.
Bei dir klingt es so, als seist du ein bisschen enttäuscht, dass bei euch „nichts mehr lauft“, wenn ich das so salopp sagen
darf, das ist natürlich schwierig, da was zu sagen. Habts ihr schon mal über Paartherapie nachgedacht? Oder Paarberatung?
Ich weiß, das klingt schrecklich ernüchternd und nach Zerpflücken, aber besser als sich mit der Stagnation abzufinden, oder?

Ach so, und was ich dir als letztes unbedingt noch schreiben wollte, du hast einen „Rückfall“ erwähnt, dass du also
jemandem heftige Vorwürfe oder wütende Meinung an den Kopf geknallt hast – mei, das ist so menschlich.
Da brauchst dich nicht für verurteilen, manchmal rastet man halt aus. Das passiert den anderen auch, kann auch
ein reinigendes Gewitter sein.
Wichtiger ist, ob danach noch was zu retten ist, ob man es noch geradebiegen kann, oder den anderen zu sehr beleidigt hat.
Ich versuche, immer noch, auch wenn ich sehr wütend bin, mir vorzustellen, dass ich das Problem mit demjenigen lösen kann.
Aber vor kurzem ist mir das passiert, dass ich im Zorn so böse wurde, dass die Person nun richtig Angst vor mir bekommen hat.
Sie hat mich aber vorher auch nicht respektiert, so ist es wenigstens in dieser Richtung gut.
Manche Kontakte brechen halt ab, das muss vielleicht auch so sein.

So jetzt hab ich aber wirklich genug geschrieben, sicher wieder seitenweise, und hoffe, das ist dir nicht zuviel.
Ich wünsche dir einen sehr angenehmen Tag
und werde über die Anregung zwecks Atemtraining nachdenken, was ich da machen kann.

LG Freddy
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon wered » 26 Jul 2009 21:33

Hallo Freddy,

nein-dass war nicht zuviel .
Nur auf alle interessanten Punkte deiner Post zu antworten wäre mir zuviel.
Aber wer sagt das ich auf alle Punkte antworten muss?
Also was geht mir am nächsten---

der fehlende Mann (Vater) in meinem Leben, ist es.

Meinen Vater habe ich ein Leben lang, bildlich gesprochen, auf den Knien
vor seiner Frau-meiner Mutter erlebt.


Obwohl es den beiden sehr gut bekommen ist. Sie haben geliebt, gelacht, gefeiert
und gearbeitet. Sind auf dem Teppich geblieben. Mein Vater wurde 94 Jahre alt. Meine Mutter
lebt und bewegt sich allmählich auf die 100. Unglaublich.

Ich bin sehr froh soweit mit beiden soweit gekommen zu sein dass ich keinen Groll mehr gegen sie hege.
Meinen Vater habe ich die letzten Wochen seines Lebens begleiten können. Neben mir lag ein Buch
zur Sterbebegleitung mit dem Titel "Bleibe nah und tue nichts".
Ich saß an seinem Bett und wir haben uns die Hände gehalten.
Alles war in Ordnung.

Vier Wochen später.

Bald nach der Krebsdiagnose träumte ich, ich stehe vor einem Riesenbunker. Meterdicker Beton,
keine Türen. Ich brülle gegen den Bunker "So kann man nicht leben".....

Das war vor etwa drei Jahren. Inzwischen kann ich den Bunker verlassen. Fühle mich wie im Niemandsland.
Alles ist neu. Große Angst begleitet mich.
Wie die Angst davor einen Korb zu bekommen als ich das erste Mal eine Frau zum Tanz aufgefordert habe.
Fällt mir dazu gerade ein.
Aber auch große Neugier. Endlich-frei.....

Und jetzt lieber Freddy gehe ich schlafen.
Ich freue mich wieder von dir zu lesen.

wered
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon Freddy » 27 Jul 2009 08:49

Guten Morgen wered,

gerade les ich was du schreibst, und bin sogar erleichtert, dass du net auf
jeden einzelnen Punkt eingehst.
Für mich selber ist es ungewöhnlich, dass ich so sehr in meinem vergangenen
Familienleben herumstocher und irgendwann ist auch gut damit.
So ab Ende 30, denk ich sollte man mit seinen Eltern und der Kindheit Frieden
schließen und i finds schön, zu lesen, dass du deinen Eltern sozusagen "verziehen"
hast. Ohne das würd mer steckenbleiben im Sumpf.

Obwohl mein Vater tot ist, hab ich auch meinen Frieden mit ihm gemacht, und meiner
Mutter bin ich auch nicht mehr böse, ich seh was sie durchgemacht hat.

Am besten hat mir das gefallen, als du erzähltest, deine Eltern haben geliebt, gelacht und
gefeiert und "es ist ihnen gut bekommen", als Kind nimmt man die ja gar nicht so als
Personen mit eigenen Bedürfnissen wahr und es ist schön, dass du das jetzt im nachhinein
empfinden kannst.

Es ist ja auch so, dass man die Dinge eh nicht mehr verändern kann, es war wies war
und niemand ist schuld.

Ich wünsch dir schöne Tage in der "neuen Freiheit" und bis bald,
LG Freddy
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mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa

Beitragvon wered » 27 Jul 2009 21:17

durch meine Schuld durch meine Schuld durch meine übergroße Schuld.
Das habe ich als Ministrant in einer katholischen Kirche beten müssen.

Bis ich vor Schuldgefühlen fast wahnsinnig geworden bin.
Nur - ich hatte gar nichts angestellt.

Lieber Freddy wie schön dein letzter Satz:

"es war wies war
und niemand ist Schuld"

Mir ist eingefallen den Satz kann man auch verwenden für einen Neubeginn,
in dem man endlich aufhört immer und immer wieder zu rufen "schuldig"
du hast das und das und das.....

Vielen Dank

wered
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Schluss mit Schuld

Beitragvon Freddy » 28 Jul 2009 10:52

Ja, wered,

das muss aufhören, dieses ständige "du hast das gesagt", dann hat er das gemacht,
also "bin ich jetzt schuld, dass das und das passiert ist" - das ist der Anfang allen Übels.

Es ist auch eine Art Alibi, denn duch Schuldverteilung oder Selbstbeschuldigung braucht man
nichts verändern, sondern kann wie gehabt, immer so weiter machen. Die Katholische Kirche
mit ihrer Praxis der Absolution ist da ein schönes Beispiel - aber das geht durch alle Religionen und
Konfessionen...

Ein Philosoph (oder Denker) hat hierzu eine gute Theorie aufgestellt.
Er nannte es in etwa sinngemäß:

"es tut mir leid" heißt übersetzt "ich werde es wieder tun", und er apellierte an den Leser-Menschen
sich nicht leichtfertig für Handlungen zu entschuldigen, sondern vielmehr nachzuforschen,
ob diese womöglich berechtigt waren, und wenn sie nicht begründet waren, dann sich aktiv und wirkungsvoll daran
zu machen, die eigene Verhaltensweise so zu verändern, dass Sich-Entschuldigen überflüssig wird.
Was es seiner Meinung nach ohnehin ist.
Denn hat der andere mir meinen Fehltritt verziehen, kann ich es gerne wiedermachen, denn
ich habe mich ja "entschuldigt".
Das ist eigentlich eine merkwürdige Logik, finde ich.

Aber versteh mich net falsch, ich meine damit nicht so Sachen wie, wenn i jemand auf den Fuß treten bin
oder vergessen hab, ihn anzurufen oder ähnliches. Dafür find ichs schon okay, mich zu entschuldigen.
Nein, ich mein eher so schwerwiegende Sachen, wo es um menschlichen Verrat oder Betrug oder Selbstbetrug
geht, also Sachen, die uns alle existenziell in der Welt betreffen.
Da bringt es zum Beispiel nicht viel, sich hundert Jahre später bei einer Volksgruppe zu entschuldigen, die von
den eigenen Landsleuten hingemetzelt wurde, wenn man gleichzeitig Gemetzel an anderer Stelle tolieriert oder
sogar selber dran beteiligt ist. Diese Art der Entschuldigung oder Wiedergutmachung ist dann nicht sehr überzeugend.
Trotzdem natürlich ein Akt der Humanität, das ist richtig.

Ich meine nur, ich hab irgendwann bei mir selber festgestellt, dass ich oft enttäuschend inkonsequent bin.
Zum Beispiel weiß ich, dass es wichtig ist, Energie zu sparen, und hab dann aus Nachlässigkeit tagelang
das Licht brennen lassen, solche Sachen, mit so Kleinigkeiten fängt es an.

Den Gedanken kennst du sich auch aus dem Zen, denn ich glaube er kommt aus der asiatischen Ecke,
dass noch die kleinste Handlung wichtig ist.

Da fällt mir auch wieder der Atem ein, von dem du neulich schriebst, und ich werde jetzt mal
ein paar Minuten tief durchatmen.

Ich danke dir ebenfalls, unser Gespräch bereichert mich mindestens so wie dich, wered,
ich sag mir das jetzt auch "es war wie es war - und niemand ist schuld".

LG Freddy
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