Hallo Freddy...

Für alles was da weiter oben keinen Platz findet...

Hallo Freddy...

Beitragvon wered » 07 Jul 2009 18:52

bist du da?
wered
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon Freddy » 07 Jul 2009 20:37

So – ja, hier bin ich.
War einkaufen und habe was zu Abend gegessen. Sollte bei jemandem
Blumen giessen, habe aber den Schlüssel vergessen, so dass ich wieder zurückfahren musste.
Hab heute ein dünnes Nervenkostüm.

Wer hier die Fäden in der Hand hat, sieht man ja… : )… Ich würd mal sagen: Du.
Deinem intelligenten Vorschlag, in die Plauderecke zu gehen, bin ich nun
also gefolgt. Wolltest du denn noch was sagen?

LG Freddy
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon wered » 07 Jul 2009 21:30

Hallo Freddy,
das macht Spaß einmal die Fäden in der Hand gehabt zu haben.
Dich her zu locken.
Und es hat geklappt.
Du warst ja schon hier.
Und das Thema von Birgit wird nicht so voll geschrieben.

Dein selbstgemachter Videofilm interessiert mich. Gibt es eine Möglichkeit
ihn zu sehen?

Vor etwa zehn Jahren habe ich auch Videoaufnahmen gemacht. Dann wurden sie
digitalisiert und auf dem PC gespeichert. Das habe ich gerade noch hingekriegt.
Die weitere Bearbeitung schreckt mich ab. Ich habe große Schwierigkeiten mich in
ein solches oder überhaupt in so starre Systeme eines Programms hineinzuversetzen.
Und dann noch vertonen. Oh Gott-nein.

Beim Filmen oder fotografieren fühle ich mich dagegen frei. Und gewissermaßen stark.
Überlegen. Bleibe ich doch hinter dem Objektiv versteckt und beobachte Menschen.
Meine Lieblingsbeschäftigung. Dabei möchte ich nicht hinter zugezogene Gardienen schauen.
Nein, das nicht.
Ich meine ich mache gute Aufnahmen. Ich glaube das hängt damit zusammen dass
ich ein eher einsamer Mensch bin. Ich habe mich aber im laufe von jahrzenhnten eingerichtet.
Leide nicht darunter. Kompensatorisch bin ich ein guter Beobachter geworden. Mit einer
Sehnsucht. Die 'Nähe' die mit dem Objektiv herstellt ist wirklich zu erleben.
Da habe ich nicht so viele Eindrücke.

Freddy,
vielleicht verrätst du etwas über deinen Film und die Musik mit der du ihn hinterlegt hast?

Gute Nacht

wered
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Film

Beitragvon Freddy » 07 Jul 2009 22:57

Hallo wered,

hatte grad schon was geschrieben, das ist aber abgestürzt.
Was du vom Fotografieren und Filmen erzählst, kann ich zum Teil gut
nachvollziehen. Aber bei mir ist es anders.
Bis vor ein paar Jahren hatte ich eine alte einfache Kamera mit
Film und Fotos auf Papier. Meine Art Fotos zu machen ist eher
schlampert, ich achte nicht auf Technik, Lichtverhältnisse, richtigen
Blickwinkel oder so, sondern überlasse das dem Augenblick und dem
Zufall.
Manchmal möchte ich eine schöne Landschaft, einen Augenblick einfach nur
so geniessen, ohne daran zu denken, jetzt ein optimales Motiv zu haben oder ein
Foto machen zu wollen. Andererseits will ich das Bild irgendwie festhalten….
2006 habe ich dann zum ersten Mal (!) mit digitalen Medien zu tun gehabt –
ja, ich war völlig hinter dem Mond.
Wir bekamen die Aufgabe, ein kurzes Video zu machen. Ich nahm meine
Kleine Jenoptik und machte ein paar Aufnahmen von Christoph Schlingensief
In der Volksbühne. Das meiste zu dunkel, verwackelt, der O-Ton nicht zu verstehen.
hab ein paar brauchbare Momente zusammengefügt und mit einem Stück von
Thomas d. und Bert bera (Schrei des Ego) unterlegt, was genial passte, wie ich fand.
Also mir gefällts, der Dozent fands überraschenderweise auch ganz lustig.
Du würdest das gerne sehen?
Der Film dauert nur 3 Minuten, aber trotzdem ist die Datei zu groß,
ich kann sie hier nicht hochladen – aber eventuell kann
eine Freundin mir dabei helfen.

Wünsch dir auch eine gute Nacht
LG Freddy
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Lyrik

Beitragvon Freddy » 08 Jul 2009 08:34

Guten Morgen wered,

nun habe ich wenigstens den Text des Liedes von thomas d. und bert bera.

Für mich ist es ein Selbstgespräch. Was beim Lesen nicht rüberkommt, aber
im Lied selber sehr gut - ist das hektische aggressive des Ich und dann plötzlich, ruhiger:
Schluss - Wer bist du? Dabei die Meeresgeräusche im Hintergrund, wie bei "Tag am Meer".
Aber sieh selbst.

LG Freddy

ich, ich, ich oder der schrei des ego

ich liebe, ich mag oder mag nicht
ich gebe, ich gab oder gab nicht
ich gönne mir was, ich lass dir was
wenn ich genug hab und damit krieg ich dich

ich will, ich kann, ich darf, ich brauch
ich muss, ich hab, ich bin - ich auch
ich will, ich kann, ich darf, ich muss
ich hab, ich brauch, ich bin, ich - schluss!
wer bist du?

ich höre nur mich, sehe nur mich
ich bin es, der spricht, ich bin es, der richtig liegt
ich bin und werde der sein, der siegt
ich bin ich allein, ich bin allein

ich will, ich kann, ich darf, ich brauch
ich muss, ich hab, ich bin - ich auch
ich will, ich kann, ich darf, ich muss
ich hab, ich brauch, ich bin, ich - schluss!
wer bist du?

ich bin so schlecht, wie du von mir denkst
ich bin du, wenn du dich zu dir bekennst
ich bin standhaft, ich bin die wende
ich bin nie gewesen, ich bin ohne ende
wer bist du?

thomas d.

P.S. Vor etwa 10 Jahren, Ende der 90er,
als ich dieses Album hörte, ging ich durch
eine düstere tiefe Krise, die mich vollkommen erfasste.
Kein Stein blieb auf dem anderen, ich wurde "weggeblasen", dachte
aber (und hoffe es noch heute), es war nur mein Ego, was weggeblasen wurde.
Es passierten erschreckende Dinge - zuviel für mich - und ich flüchtete, nicht
zuletzt vor mir selber.
Flucht und Verdrängung...
durch das Gespräch mit dir, sind diese Sachen wieder hochgekommen.
Und ich möchte mich wieder damit beschäftigen -
wie es in der Liedzeile vom looser heißt:

"Wo sind deine Träume geblieben?

geh hin, heb sie auf, lass sie nicht liegen".

LG Freddy
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Hoppla...

Beitragvon Freddy » 08 Jul 2009 12:01

Hoppla, wered, entschuldige, vor lauter Überschwang hab ich ganz
versäumt, dich noch was zu fragen.
Wenn ich an dieser Kiste sitz, vergeß ich oft, was ich anfangs schreiben wollte.

Was hast denn du für Filme gemacht, also vom Thema her? Fernöstliches?
Wenns magst, erzähl doch auch was drüber, würd mich freuen.
Gerade weil du das auch als deine Ausdrucks- bzw. Erlebnismöglichkeit beschrieben
hast - dass das Objektiv auch eine Art Schutz vor zuviel ablenkenden oder irritierenden
Reizen des Augenblicks bietet, und man dann später das Gefilmte in seiner Ganzheit
erfassen kann - ohne die subjektiven "Störungen"... So hab ich dich jedenfalls verstanden.

Was jemand filmt oder fotografiert, sagt viel über ihn aus, man sieht hinterher ein bißchen
mit seinen Augen, wenn auch nicht mit seinem Hirn, aber er färbt doch die Dinge in seiner ihm
eigenen Weise.

Kannst du mit dem Text "ich ich ich" was anfangen?
Beim Satz "Wer bist du" fiel mir deine Frage ein, die du dir, wie du sagtest, schon längere
Zeit stellst: Wer bin ich - und wo du im Zen Antworten findest.

Ich hoffe, deine Beschwerden erlauben dir einen einigermaßen erträglichen Tag,
und freue mich, wieder von dir zu lesen,

LG Freddy
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon wered » 09 Jul 2009 11:52

Guten Tag Freddy,

danke für deine Post.
Da steckt viel.
Ich antworte gerne darauf.
Im Moment habe ich sehr wenig Zeit und keine Muße.

Meine Mutter (97) ist in ein Haus für Seniorinnen umgezogen.
Seit einer Woche ist sie dort.
Eben bekomme ich einen Anruf, sie möchte zurück nach Hause.
Und da ich sozusagen den Rest der Familie darstelle, muss ich mich kümmern.

Bis bald

wered
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Heim

Beitragvon Freddy » 09 Jul 2009 14:53

...Dann meine besten Wünsche, wered,

für dich und deine Mutter -

und dass sie einen Ort , ein Heim für sich,
wo sie sich wohlfühlt- finden kann!

Trotzdem, hoffentlich bis bald,
LG Freddy
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon wered » 16 Jul 2009 07:37

Guten Morgen Freddy,

das Gedicht von Thomas D. erinnert mich direkt an meine Zen-Übungen.
Dabei soll ja des Ego (ich denke der narzisstische Anteil, der der krankhaft
in sich selber verliebt ist) zurücktreten. Schwächer werden. Gelingt das kann das
hervorkommen was in jedem von uns angelegt ist, unzerstörbar.
Das Wesentliche. Ich glaube daran, es gibt mir halt.

Menschen die in dieser Übung weiter sind als ich erleben es wohl so ähnlich
wie du schilderst: das ich wurde "wie weggeblasen" große Ängste kamen
auf. Das Ego wehrte sich um so stärker desto konsequenter geübt wird,
bzw. die Einflüsse des Ego auf das Leben zugehen.
Das Ich wüsste eben immer gerne etwas, hätte gerne etwas, immer ein bißchen mehr von allem...
Möglich das du etwas ähnliches erlebt hast.
Da wo die Abrissbirne am Werke war und kein Stein auf dem anderen bleibt
ist Platz für neues - oder eben ein freier Blick für das eigene Wesen.
Die Hauptsache wir überleben diesen "Wendepunkt."
An so einer Stelle fragte ich ängstlich und ärgerlich einmal meine Zen-Meisterin
ja wohin soll es denn gehn? Sie lächelte ganz mitfühlend und meinte:
"wered-zieh mit dem Wind."

Gedanken am Morgen für Freddy

wered

PS: An das Filmprojekt denke ich.
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Re: Hallo Freddy...

Beitragvon Freddy » 16 Jul 2009 10:05

Hallo wered,

gut, dass du wieder da bist und danke für deine Antwort.

Schön, dein Satz: das Wesentliche…was in jedem von uns angelegt ist, ist unzerstörbar.

Bei mir war es gar nicht vordergründig die Selbstverliebtheit, die narzisstische, die ja jeder hat, denn ich litt schon immer an Minderwertigkeitsgefühlen durch meine Außenseiter-Rolle schon in der Jugend, ( da ich eine, für mich damals vor den andern zu verbergende, abweichende sexuelle Orientierung an mir feststellte).
Vielleicht um das auszugleichen, baute ich mir feste Überzeugungen und Vorstellungen von mir selber auf, in denen ich ein sehr „guter“, überlegener, moralisch und menschlich vorbildlicher und völlig zu Unrecht verkannter, unverstandener Mensch war. Es ging ein bisschen in Richtung Opfer- oder Märtyrerideal, was mir aber damals überhaupt nicht bewusst war. Ich sah das alles als gegeben und unverrückbar. Schicksalshaft unausweichlich.

Heute kann ich mich mit Grausen daran erinnern, wie ich ständig innerlich über andere Personen in meinem Umfeld urteilte. Es war eine Endlos-Schallplatte, die ständig Kommentare zu den anderen Leuten abgab. Ich konnte niemanden unbefangen er selber sein lassen, sondern fing sofort an, in ihn irgendeine Sache zu verwickelt, meistens ein Thema, über das man streiten konnte, um mir zu beweisen, dass der andere ein armseliger mieser Kleingeist ist, der mir doch nur Böses will.
Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich auf die Weise kaum Freunde fand und mich einsam fühlte.
Um das auszuhalten, wurde die Kritik an den anderen noch stärker und der Glaube an meine eigene „Gutartigkeit“ immer fester. Merkwürdiges Weltbild, das ich da hatte…

Ich brauchte dringend jemanden, der mein Weltbild stützte, das spürte ich, denn ganz allein konnte ich es nicht aufrecht erhalten.
Dieser jemand (eine Person, in die ich glaubte, mich verliebt zu haben) verweigerte sich, war nicht bereit, meine Sicht der Dinge zu teilen, sondern stocherte, im Gegenteil, in meinen Schwächen herum oder ging dazu über, mich vollkommen zu ignorieren.
Ich war entrüstet über sein unmenschliches, (für mich damals böse und eiskaltes) Verhalten und wähnte mich als Opfer einer Verschwörung, weil ich nicht mehr klar denken konnte.
Tatsächlich bildete ich mir ein, ich solle „vernichtet“ werden, war mir auch über diese Paranoia klar, konnte mir aber die Geschehnisse nicht anders erklären.
Um es kurz zu machen, ich versuchte mich verzweifelt an irgendwas zu klammern, aber alles brach und bröckelte weg, es gab nichts, was mir Halt gab.

Oder: doch, es gab ein Buch, was ich damals las und mir auch Dinge daraus aufschrieb, darin stand, so in etwa:

ALLES WAS WIRKLICH WICHTIG IST, WIRD DIR BLEIBEN!

Darauf vertraue ich noch heute.

Es war die nackte Angst, mit wortwörtlich Heulen und Zähneklappern, und zog sich über Monate hin. Heute sehe ich, dass dieses „langsame“ Abrutschen für mich gut war, denn so geriet ich nicht total in Panik, sondern konnte es gerade noch aushalten.
Ich entdeckte all die Schwächen und Fehler, die ich auf andere projiziert hatte, in mir selber. Entsetzlich – zum Glück nicht alle auf einmal.
Und auch damals begegneten mir Menschen, die mir weiterhalfen, entweder ähnliches erlebt hatten oder mich zumindest trösteten, jedenfalls mich nicht so verurteilten, wie ich befürchtet hatte. Ganz langsam entdeckte ich, dass es gar nicht so schlimm war, „einer von ihnen“ zu sein, ich war sogar ein bisschen erleichtert, es war ein grosses „Ach so….“

Noch heute bin ich erstaunt, über das, was (an „gutem“ wie an „bösem“) in mir steckt, und – wenn ich es zulassen kann- auch in den anderen. Meistens ist es mir zuviel, ich brauche meine Beschränkungen,
Es ist ungeheuerlich, mit wieviel Illusionen ich freiwillig herumlauf.!

So ganz ohne Ego kann ich in der westlichen Industrienation auch net rumlaufen, da würd i ja untergehen…

Aber was andres, ich überleg mir, ob ich eine asiatische Selbstverteidigung lern, um stärker zu werden, hast du da auch Erfahrung?

Ich sehe dich vor mir, in Zen-Haltung und schwarz gekleidet, wie du das Kinn und den Kopf nach oben hälst und tief einatmest – und dir deinen Teil über das alles denkst…

LG Freddy
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