Das Geheimnis

Was für Erfahrungen hat man gemacht? Was hat einem geholfen, was nicht? Was gibt es an neuartigen Methoden?

Das Geheimnis

Beitragvon wered » 01 Jun 2009 21:01

"Heilwerden ist für mich eine Begegnung mit einer Dimension, der ich mich zugehörig fühle.
Man kann es Gott nennen oder universelle Energie."

Das sind die ersten beiden Sätze eines Textes den ich im Oktober 2006, nach der Diagnose Krebs,
gelesen und dann in die Schublade gelegt habe.

Heute ist er wieder aufgetaucht.
Ich habe mich entschlossen an diesem Thema zu arbeiten.
Deshalb würde ich mich freuen wenn sich Interessierte
hier einfinden.
Und wir uns austauschen können.

Lisa Laurenz: Das Geheimnis der Selbstheilungskräfte.

http://www.prostatakrebs-bps.de/index.p ... Itemid=106


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Re: Das Geheimnis

Beitragvon Simone_k » 05 Jun 2009 21:15

Das ist, finde ich, ein ganz zentrales Thema, das du da ansprichst: die Selbstheilungskräfte. Sehr interessanter Artikel von Lisa Laurenz. Ich glaube übrigens auch daran, dass ich ein sozusagen "höheres Bewußtsein" habe, das mehr weiß als ich... Die Selbstheilungskräfte durch günstige Umgebung, günstige "geistige Nahrung", ganz abgesehen von guter seelischer Nahrung zu aktivieren, das ist einen Versuch wert.
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Kräfte

Beitragvon wered » 06 Jun 2009 09:42

Simone,
ich freue mich dass du geschrieben hast.

ich bin deiner Meinung wenn du schreibst
"(...) dass ich ein sozusagen "höheres Bewusstsein" habe;
Die Selbstheilungskräfte durch günstige Umgebung,
günstige geistige Nahrung " und "guter seelischer Nahrung zu aktivieren" sind.

Ich bin davon überzeugt wir alle haben ein "höheres Bewusstsein".
In "ihm" fehlt nichts. Es ist ganz.
Unzerstörbar.

Ich meine wir könnten versuchen es zu beschreiben.
Zuflucht zu nehmen zu dieser "Ganz- und Unversehrtheit",
bis zum letzten Atemzug.
Dieses "höheren Bewusstseins" beinhaltet für mich Antworten auf die Frage:

Wer bin ich?

Um mich der Antwort zu nähern übe ich mich im Zen.

Vor etwa 30 Jahren habe ich mich auf ein Meditationskissen gesetzt.
Immer wieder aufgehört mit der Übung.
Immer wieder angefangen.
Seit acht Jahren bin ich Zen-Schüler einer Zen-Meisterin.
Hart.
Ich war längere Zeit nicht dort deshalb will ich meiner Lehrerin schreiben.
Auf den Internet-Seiten ihres Zendo habe ich einen Text gefunden.
Der beinhaltet etwa dass woran ich gerade zu knacken habe.
Den schicke ich dir.
Lese ich den Text befinde ich mich in einem Zwiespalt.
Die eine Seite sagt. Ich? Nein , so einer bin ich nicht,
ich niemals- nur die anderen Menschen sind so.
Die andere Seite sagt: Genau so bin ich auch, dieser Ärger, dieser Groll,
diese Wut, dieser Neid, diese Missgunst.....

Simone,
möglich dass der Text dir etwas gibt
das wäre dann umso besser.

wered

Zitat:
(...)«Was ist das im Menschen, das die anderen vernichten will?» fragte Jan verbittert.
Ich sagte: «Die Menschen, ja die Menschen, aber denke daran, daß du auch zu ihnen gehörst.»(...)

http://www.ohofzendo.de
Motivation anklicken
Dann Klick auf Ermutigung
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Zendo

Beitragvon Simone_k » 06 Jun 2009 16:01

Hallo wered, was du schreibst geht so sehr in die Tiefe, als dass ich kurz und knapp darauf antworten könnte. Ich versuche es trotzdem:
Der Verweis auf die Zen-Seite hat mir gut gefallen, und wenn ich die Geschichte von Jan dort lese, verstehe ich seine Worte im Zusammenhang auch besser. er und seine Freunde befinden sich in einem Land, wo Krieg geführt wird, eine Extremsituation, wo man wohl schockiert davor steht, was Menschen in der Lage sind, einander anzutun. Ich gebe zu bedenken, dass Krieg eine Maschinerie in Gang setzt, sozusagen ein Vernichtungs-System, was ich persönlich von den eigenen negativen Gefühlen, mit denen jeder Mensch innerlich zu kämpfen hat, unterscheide. Insofern gebe ich der Aussage aber recht, dass man, bevor man das "Schlechte" in der Welt bekämpfen will, erst bei sich selber anfangen sollte. Dennoch sind die negativen Gefühle wie Neid, Hass, Missgunst, die du nennst für mich nicht gleichzusetzen mit Vernichtung, denn ich (so hoffe ich wenigstens) kann meine Gedanken steuern. Kommen also die negativen Gefühle auf (zum Beispiel Ärger und Gereiztheit), empfinde ich die zunächst als Gefühle und beginne möglichst, sie zuzuordnen (Warum, auf wen, wo kommt es her?) und sie mir auch zu verzeihen! Denn wenn ich sie mir nicht eingestehe, weil - negative Gefühle hat man nicht zu haben - und verdränge, kommen sie irgendwann nur stärker wieder hoch. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Also: anschauen, die blöden negativen Gefühle und - zulassen. Dann aber an diesem Punkt nicht stehenbleiben, sondern sich fragen: wie kann ich das ändern, woran liegt es und was sind die tieferen Ursachen? Dann merke ich schnell, dass es im Grunde nicht der liebe Mitmensch ist (der mir den Weg abgeschnitten, mich übervorteilt, provoziert oder sonstwie geärgert hat), sondern meine Empfindung, dass er mir damit schaden könnte, möchte, oder würde. Wenn er sich falsch, schlecht oder in meinen Augen gemein verhält, ist das im Grunde sein Problem. Entscheide ich mich, meinen Ärger, Neid etc. als berechtigt anzuerkennen, ist das dann folgerichtig mein Problem. Ich bin weit entfernt, immer gelassen auf äußeren Ärger, Stress etc. zu reagieren, aber ich habe doch festgestellt, dass man Gelassenheit lernen kann und damit tatsächlich viele Situationen "entschärfen" kann.
Es gibt sehr weise Aussprüch von weit klügeren Menschen (als ich es bin), zu dem Aspekt "negative Gedanken und negative Handlungen". Sie laufen darauf hinaus, zu erkennen, dass man mit Handlungen, die anderen schaden, im Endeffekt (am Ende einer langen Kette von Ereignissen nach dem Motto "der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Wirbelstrom lostreten" - oder so ähnlich) sich selber schadet. Man schadet sich also mit negativen Gedanken selber... Da möchte ich mich lieber darum bemühen, so wenig wie möglich negative Gedanken zu haben und diese lieber durch positive austauschen. Dies zu erlernen, gibt es viele Möglichkeiten, die ich sicher nicht erwähnen muss (Yoga, Shiatsu, Tai Chi, Autogenes Trainig, Neolinguistisches Programmieren und viele andere), nicht zu vergessen das ZEN (oder der Zen?) von dem du erzählst. Vielleicht ist es eine gute Idee, damit wieder anzufangen, wenn du damals gemerkt hast, dass es dir guttut. Wie wohltuend, einen guten Lehrer oder Lehrerin zu finden! Viel Erfolg, bis demnächst,!
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Re: Das Geheimnis

Beitragvon wered » 09 Jun 2009 20:05

Hallo Simone,
obwohl ich den Text schon viele Male gelesen habe ist mir
bislang gar nicht klar gemacht dass in dem Land ja Krieg herrscht.
Und ich diese Vernichtung, diese Gewalttaten von meinen negativen
Gefühlen nicht klar unterschieden habe.
Sonderbar.
Es scheint mir,ich weiß nicht wie weit, war ich in meinem ganzen Leben in einer
Art "Krieg".
Da fällt mir gerade ein Buch ein "Abschied von der Selbstzerstörung" von Peter Schellenbaum.
Mir gelingt es auch nur unzureichend mir selber zu vergeben.
Schuld ist für mich ein wichtig gewordenes Thema. Alles und jedes auf mich zu beziehen
und dann darunter zu leiden , da kenne ich mich bestens aus.

Aber diese Haltung ist ja ein sehr schlechter Ansatz um doch meine Selbstheilungskräfte,
an die ich glaube, wirksam werden zu lassen.
Du hast mich drauf gebracht da mal genauer hinzusehen und zu unterscheiden.
Vielen Dank

wered
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Vernichtung contra Lebenlassen

Beitragvon Simone_k » 10 Jun 2009 13:01

Hallo wered, wenn meine Gedankenwelle nicht völlig an dir und dem, was du gemeint hast, vorbeigegangen ist, bin ich froh - …
Zum Thema Vernichtung (und was der Mensch sich selbst und anderen antun kann) finde ich auch den Beitrag von Prof. Ernst interessant, vor allem der Satz „in der evolutionären Krebstherapie wird statt Ausrottung eine Art friedliche Koexistenz angestrebt“, das lässt sich doch auch auf andere Lebensfelder übertragen…Statt innerlich oder äußerlich Vernichtung zu üben, ein friedliches Miteinander probieren, auch mit den eigenen Unzulänglichkeiten. (Sich selbst verzeihen, puh, gar nicht so einfach, aber auch das kann man üben,...auch wenn ich damit nerve.)
Das Buch, das du erwähnst, kenne ich zwar nicht, habe aber gehört, dass der Autor ein kompetenter Psychotherapeut ist.
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Krieg

Beitragvon Simone_k » 10 Jun 2009 17:54

Lieber wered, ich dachte, ich hätte deinen vorigen Beitrag richtig gelesen, gerade eben fiel mir aber auf, dass ich deinen Satz "ich weiß nicht wie weit, ich war mein ganzes Leben in einer art Krieg" total übersehen habe. Dabei ist gerade dieser Satz beinahe der wichtigste, das war unaufmerksam von mir.
Es ist schrecklich, sich in einem Kriegszustand zu fühlen, ich habe das auch über längere Zeit erlebt. Der Dauerstress ist wie Gift für den Körper und die Seele nimmt Schaden, es ist etwas sehr Schlimmes, was lange Zeit braucht, sich zu erholen und wieder "ganz" zu werden. Vielleicht schaffe ich es nie! Aber ich bin auf dem Weg - und das hoffe ich auch für dich! Alles Liebe, Simone
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Re: Das Geheimnis

Beitragvon Leila S. » 11 Jun 2009 08:16

Hallo wered und Simone, darf ich reinkommen?
Ja, versuchen wir beim Thema zu bleiben, denn wenn ich etwas grundlegendes über mich erzähle, möchte ich nicht, dass einfach drüber weggegangen wird – aus welchem Grund auch immer – denn es ist kränkend, ignoriert zu werden, (auch wenn die anderen das gar nicht so meinen und merken…).
Ich kenne das Buch „Abschied von der Selbstzerstörung“ und auch „die Wunde der Ungeliebten“, sehr gut ist auch „das Nein in der Liebe“, „Tanz der Freundschaft“ dann das i-Tüpfelchen. Es hat mir vor langer Zeit sehr viel gegeben sie zu lesen, denn sie sprachen das an und aus, woran ich litt und die Worte von Schellenbaum wirkten wie Balsam.
Weil ich in Kindheit und Jugend schwer traumatisiert wurde, habe ich Hilfe bei einer Psychotherapeutin gesucht, und eine sehe gute gefunden (Dipl. Psych. Sigrid Hörnig-Eichler), zu der seit 1993 ich fast 8 Jahre ging.
Was in ihrer Praxis geschah, soll auch dort bleiben, ich möchte trotzdem wenigstens soviel mitteilen – weil es anderen helfen könnte.
Die Erfahrung, dass mir jemand zuhört (schlimm genug, dass ich das vorher nicht kannte), mich versteht und meine komplizierten und blockierten Gefühle geduldig erträgt und dann mitfühlend reagiert, wenn sich mein Schmerz und meine Trauer in ihrer Anwesenheit löst, war für mich ein Heilungsprozess. Zunächst unmerklich, ich dachte lange Zeit (Jahre), da passiert nicht viel, ich bin immer noch derselbe Haufen Elend. Und dann immer das Sich-Öffnen, Gefühle preisgeben zum Zerpflücken, wie anstrengend und schmerzhaft. Grausam.
Jetzt erst spüre ich , wie wichtig das für mich war -vor allem ihr Verständnis! – ohne die Therapie wär ich nicht hier.
Es ist ganz entscheidend, dass es auf offene Ohren und verstehende Augen und ein fühlendes Herz trifft, was ich von mir mitteile, ganz besonders, wenn es traumatisches betrifft.

Ich kann nur davor warnen, sich einem Unbekannten oder nicht vertrauten Menschen zu öffnen, denn durch das Nichtverstandenwerden (oder gar abgewiesen werden) wird das erlebte Trauma nicht nur wiederbelebt, sondern noch verschlimmert. Sehr tragisch. Ich habe das hinter mir (1999) und es war ein schwerer Rückschlag. Hat wiederum Jahre gedauert, das zu verarbeiten.
Deshalb würde ich dazu raten, einen vertrauten Menschen zu finden (Therapeut oder nicht), bei dem man sich aufgehoben fühlt. Manschmal kann man aber nicht einmal das mehr klar empfinden und unterscheiden, ich weiß.
Leila S.
 
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ein fühlendes Herz ...

Beitragvon wered » 11 Jun 2009 09:46

Hallo Leila,

ja, tritt ein.
Ich freue mich.

Deine Geschichte hat sehr große Ähnlichkeit mit meiner Vergangenheit.
In den neunziger Jahren habe ich alles von Schellenbaum gelesen.
Danach war ich bis 1998 mehrere Male Teilnehmer seiner Therapiewochen.

Kann es sein dass wir uns in Orselina möglicherweise schon mal begegnet sind?

Von 2001 an bis Anfang dieses Jahres konnte ich einen geschützten Raum bei einem
Psychotherapeuten finden. Dort erging es mir ähnlich Deiner Beschreibung.

Jetzt, fast 60 Jahre alt mache ich auf manchen Gebieten erste Schritte.
So wie ich vor langer Zeit das Laufen gelernt habe.
Die Empfindungen die ich spüre gleichen dabei einer Bewegung in einem
"Niemandsland" dabei wird es "mein" Land sein.
Die Scham die ich manchmal empfinde umarme ich (Thich Nhat Hanh), ebenso
wie meine Angst und meine unsägliche Wut.
Ich bin auf dem Sprung. Denn heute habe ich mir einen Tag genommen um mich
auszuprobieren, zu üben.
Leila,
danke für die Anregung die ich beim lesen deiner Post empfinde.
Ich möchte gerne noch einmal darauf zurückkommen.

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Zuversichtlicher Sprung in den Tag

Beitragvon Leila S. » 11 Jun 2009 12:18

Danke für deine Antwort, wered. Obwohl du auf dem Sprung bist.
Nein, ich war noch nie in Orselina und kenne Schellenbaum nur aus Büchern.
Es kann höchstens sein, dass wir uns durch die Beschäftigung mit dem gleichen Thema oder ähnliche Erfahrungen vertraut vorkommen,
so denke ich.
Ich wünsche dir (und mir auch) einen zuversichtlichen und erfolgreichen Tag - im Sinne von "Erfolg ist das, was erfolgt, wenn ich mit aufrichtiger Motivation handle" - (mögen meine Methoden auch manchmal zweifelhaft oder unsauber wirken) -
selbstverständlich nicht nur diesen einen Tag...!
Leila S.
 
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