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Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 26 Sep 2009 11:08
von Simone_k
Hallo Ihr Lieben,
Karin, Freddy, Ernst, Anne, Regina, Bella, faylinn, Dietmar, Ralf, Christoph, Dagmar, Sabine, Falko, Irene, und und und...!

Wie geht es euch inzwischen, was habe ich verpasst?
Sobald ich etwas mehr Zeit habe, werde ich alles nachlesen, was hier so erzählt wurde und passiert ist.
Ich bin heute früh aus der Türkei zurückgekommen, warum fliegen die immer nur nachts dorthin und zurück?!
Es war sehr schön, ich war in Bursa und weiter unten in Bodrum. Sehr viele offene freundliche Menschen, natürlich
auch viele, die einem was verkaufen wollen, aber wer kanns ihnen verdenken.

Das Meer war das beste, das tut meinem Körper, der Haut bis auf die Knochen, so gut.
Kaum bin ich wieder in Mannheim, habe ich Schulter- und Gelenkschmerzen, habe mich vors Rotlicht gesetzt.

Aber warum ich hier von einem Glücksfall erzählen möchte, liegt an Ali.
In der Nacht vom 11. auf den 12. September hat es in Bodrum buchstäblich Hunde und Katzen geregnet. Ungewöhnlich
viele Liter pro Quadratmeter. Gut für die Natur.
Am nächsten Morgen hörten wir ein Piepen oder Quieken im Garten, für mich klang das wie ein Vogel und ich achtete
nicht weiter darauf. Aber die Nachbarin rief mich an den Zaun, und da lag neben einem Busch ein kleines nasses, verklebtes,
kaltes Würmchen, blind, mit durchsichtigen Beinchen und Füßchen in rosa.
Da die Nachbarin Anstalten machte, den Hausmeister zu rufen, der das Kätzchen "wegnehmen" würde - ich ahnte nichts Gutes -
holte ich ein Küchenhandtuch und nahm das quiekende Etwas in meine Hand. Da passte es genau rein und wurde etwas ruhiger,
als ich es trocken rubbelte.
Um es kurz zu machen, ich fand noch zwei weitere Kätzchen aus diesem Wurf, den die Mutter wahrscheinlich aufgrund der Kälte und
Nässe verlassen musste, oder später nachholen wollte, denn sie lagen an verschiedenen Orten.
Die drei trollten sich in einer kleinen Kiste übereinander und schliefen die meiste Zeit, von einer warmen Lampe beschienen und
mit Kuscheltüchern bedeckt. Ich hatte nichts, womit ich sie füttern konnte, und versuchte es mit Wasser und etwas Milch, obwohl
ich weiß, dass Katzen keine Kuhmilch vertragen. Aber sie leckten sie so gut es ging von meinem Finger.
Ich besorgte Katzenmilch, die der Milch der Katze nahekommt und fütterte sie mit einem Mini-Schnuller.
Eine der drei reagierte besonders stark, schrie am lautesten und benahm sich am fordernsten, ich bildete mir auch ein, sie
mochte den Hautkontakt, und von mir gehalten zu werden. Mit einem Wort: mein "Mutterinstinkt" erwachte, ich stand sogar
nachts zum Füttern auf, wenn sie fiepten.
Dann kam eine traurige Episode, denn die zwei, die ich als letztes fand, starben. Sie wurden sichtbar schwächer, dünner, alles rubbeln, streicheln,
wärmen und flüstern half nichts, sie lagen eines Nachmittags tot im Karton.
Nur Ali war übrig geblieben, der lauteste und lebenshungrigste.
Ein so junges Kätzchen ohne Mutter ist im Grunde zum Tode verurteilt. Die Natur macht da kurzen Prozess. Die Nachbarn schüttelten die Köpfe
über meine Bemühungen. Ich fand niemanden, der sie in der Türkei aufziehen würde. Selbst eine Tierladen-Besitzerin war überfordert, da
ihr bereits mehrere Katzenbabies vor die Tür gelegt wurden, mit denen sie vollauf bedient war. Mit Tierheimen ist es in der Türkei nicht so
wild wie bei uns. Tiere müssen sich irgendwie selber durchschlagen und es gibt einige Tierfreunde, die immer Wasser und Futter für alle rausstellen...
Aber Ali hatte mich längst erobert, und er wurde langsam kräftiger und trank gierig aus dem Fläschchen.
Es gab daher nur einen Weg für mich und Ali.
Ich bastelte ihm ein Säckchen, dass ich in meine Leggings unter dem Rock steckte und schmuggelte ihn durch die Kontrollen am
Flughafen. Es klappte, wir kamen durch, es sollte so sein.
Nun ist er hier in meiner Wohnung und wird wohl ein Hauskatzen-Dasein führen müssen. Er ist nun 2 Wochen alt und scheint zufrieden, denn
wenn ich ihn streichle, schnurrt er, schnuppert und grunzt und lutscht an meinem kleinen Finger.

Was soll ich euch sagen, das macht mich glücklich.

Viele Grüße,

Simone

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 26 Sep 2009 12:15
von Regina
Liebe Simone,

ich sitze hier mit Tränen in den Augen, aber auch einem breitem Grinsen . Was für eine zunächst traurige Geschichte, die dann glücklich endet.
Ich bastelte ihm ein Säckchen, dass ich in meine Leggings unter dem Rock steckte und schmuggelte ihn durch die Kontrollen am
Flughafen. Es klappte, wir kamen durch, es sollte so sein.


Bild Diese Aktion hätte glatt von mir stammen können! Genial!

Ich hatte in der Türkei ein ähnliches Erlebnis, Leider endete es wie so oft in den Südländern. Eine von vielen Katzenmamas, in der Hotelanlage, hatte 7 kleine Knäuel zu versorgen. Wir unterstützten sie, gaben ihr Futter. Leider wurde sie vom Gärntner entdeckt. Wir kamen gerade, als er seinen Job erledigte, ihr die kleinen weg nahm.

Dir und dem kleinem Ali nur Gutes!

Lieben Gruß

Regina

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 26 Sep 2009 14:59
von Karin
Hallo Simone,

Glückwunsch zum geretteten Katerchen!
Was für eine niedliche Geschichte,
ich hoffe, es geht weiter so gut.
Erzähl gerne mal wieder von Ali,
meine Katze ist schon alt, aber ich habe
sie auch relativ früh bekommen.
Mit ein paar Wochen war sie unwiederstehlich!

Herzliche Grüße
Karin

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 26 Sep 2009 16:17
von Freddy
Ach wie süß, Simone.
Hast du vielleicht schon ein Foto von Klein-Ali?

LG Freddy

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 26 Sep 2009 19:00
von Karl Laberfeld
Ach Gottchen, Simone,
sind wir hier bei "Unsere kleine Farm" ?

Alles Gute, Karl

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 26 Sep 2009 20:06
von Simone_k
Hallo Ihr Lieben,

ja, Karlchen, unsere kleine Farm, oder wie wärs mit "animal pharm" - Aufstand der Tiere?
Vielleicht sollten Sie sich auch ein Haustier zulegen...

Liebe Karin, liebe Regina, lieber Freddy,
danke für eure Anteilnahme, freut mich, dass ich euch auch ein bißchen Freude machen konnte mit
der Schmuggel-Geschichte.
Nein, Foto habe ich leider noch keines, ich besitze auch gar keine Digital-Kamera.
Aber ich kann soviel sagen, Ali wächst stündlich, meldet sich mindestens alle 2-3 Stunden und will Milch
und Streicheleinheiten, ich hab also ganz schön zu tun. Er macht inzwischen die Augen auf, sieht aber, glaube ich, noch
nicht richtig durch, hat so einen dunkelblauen ungläubigen Blick.

Euch einen schönen Abend,
viele Grüße
Simone

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 26 Sep 2009 22:13
von Karl Laberfeld
Naja, das Karlchen hätten Sie sich sparen können, verehrte Simone,
ich bin immerhin schon Üfü, d.h. über fünfzig.
Ein Haustier habe ich übrigens auch schon, ich habe einen Vogel, genauer gesagt einen weißen Sittich.
Da diese Vögel sich zu zweit wohler fühlen, plane ich , einen zweiten, weiblich, anzuschaffen.
Mein Sittich knabbert fleissig seine Körner, trinkt Wasser und flattert gelegentlich im Zimmer herum.
Ich wüsste aber nicht, wieso das für Leser dieses Forums von irgendeinem Interesse sein sollte.

Alles Gute,
Karl

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 27 Sep 2009 10:37
von Karin
Hallo Karl,

haben Sie sich schon vorgestellt? Wenn ja, bitte vergessen Sie meine Frage.
Wer oder was berechtigt und motiviert Sie, in diesem Forum solch ironische Kommentare abzugeben?

Auch in einem Forum für "geschockte Patienten" und "gesunde Geschockte", wie Ernst so treffend formulierte,
ist doch Platz für Alltägliches, Nebensächliches, kleine Anekdoten und lustige Momente aus dem Leben der Betroffenen.
Oder?

Ich jedenfalls freue mich über Simones Zuwachs auf 4 Pfoten.

Viele Grüße
Karin

Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 27 Sep 2009 10:52
von Regina
Ach Karlchen :twisted: ich darf doch Du schreiben, oder?

Das du einen Vogel hast dachte ich mir schon! :geek: Das es ein weißer Sittich ist überrascht mich allerdings :lol:

Auch dir alles Gute!

Regina


Re: Alis Geschichte

BeitragVerfasst: 29 Sep 2009 16:02
von Karl Laberfeld
Wenn diese postmoderne Duzerei Sie sich wohler fühler lässt, können wir uns gerne mit "Du" anreden, wobei Du sicher genauso
gut wie ich weißt, dass die scheinbar hergestellte Nähe nur illusorisch ist, Regina.
Meine Güte, ich kann eben nicht raus aus meiner Haut, und was du "Ironie" nennst, Karin, ist einfach meine Art des Denkens und
folglich prägt das auch meine Art der Kommunikation.
Die zwei Freunde, die ich dennoch habe, können inzwischen damit ganz gut leben.
Auch mein Vogel, der Wolfi, kommt sehr gut mit mir klar, allerdings leidet er unter dem Wetterwechsel, das hat sich ziemlich abgekühlt,
und er hat sich heute den ganzen Tag in seinem Vogelhäuschen verkrochen.
Verehrte Simone, fühlen Sie sich bitte nicht von mir indigniert, selbstverständlich möchte ich- wie alle anderen Leser hier - dringend mehr
von den Fortschritten des "Zuwachs auf 4 Pfoten" erfahren.

Alles Gute,
Karl